Reisetagebuch Cuba Osterferien 2009

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Reisetagebuch der

Freundeskreis-Osterferienreise Cuba 4.04. - 19.04.09
 

Havanna - Trinidad - Oriente - Santiago - Rückreise
 

Mittwoch 8. April 2009            Gruß aus Trinidad

liebe leute,

entschuldigt die lange sendepause  - es ist in cuba nicht so einfach mit dem internetten:
tagelang lief ich in havanna herum auf der suche nach einem freien platz.  aber entweder haette ich mich in unzumutbar lange schlangen einreihen muessen, oder  - wenn es freie plaetze gab -  dann lag es daran, dass es keine verbindung oder keine tickets gab (die zu bezahlen sind und ohne die man nicht ins netz kommt).  so ist das halt manchmal in einer mangelwirtschaft..

so bin ich nicht nur selber laengst in cuba, sondern ist inzwischen auch die neue gruppe vollzaehlig einschliesslich allem gepaeck eingetroffen, und wir haben auch bereits die ersten interessanten tage schon hinter uns.

die gruppe traf samstag abend mit nur leichter verspaetung ein und fiel nach einem absacker in der hotelbar auch bald ins bett, zu einer zeit, da in d-land die sonne schon wieder aufgegangen ist.

den sonntag ueber erkundeten wir havanna, die maroden charme verspruehende trubelige cubanische hauptstadt. wir lernten einige methoden kennen, wie cuba versucht, aus dem tourismus das noetige kapital zu schlagen, mit dem sie dann die strassenzuege haus um haus renovieren, und begutachteten auch die teils wunderschoenen ergebnisse.  nach einem leckeren mojito besuchten wir das aufschlussreiche revolutionsmuseum, den ehemaligen praesidentenpalast des frueheren diktators batista, in dem die gesamte spannende und wechselhafte geschichte cubas plastisch dargestellt wird. 

dann hatte ich gelegenheit, die ganze gruppe zu einem erfrischenden echten cubanischen kaffee in die kaffeestube des hauses bzw der netten familie einzuladen, bei der ich in havanna immer wohne und die mich schon regelrecht adoptiert hat  ;-)

abends gab es ein gutes abendessen in der bodeguita del medio, der beruehmten hemingway-bar, in der der dichter in seinen zeiten auf cuba gern seinen mojito geschluerft hat. danach besuchten wir noch ein lokal am prado, in dem die hier recht bekannte frauen-band "huracan del caribe" (etwa: karibischer wirbelwind) heisse salsa zum tanz aufspielte..

am montag ging es dann richtung osten nach santa clara, der kleinen ruhigen provinzhauptstadt, in der che guevara den entscheidenden sieg ueber die diktatur im verlauf der cubanischen revolution errungen hatte. sein mausoleum war zwar geschlossen, aber teile des panzerzuges, den die rebellen damals eroberten und damit batista zur flucht aus cuba (einschliesslich der staatskasse, versteht sich) veranlassten, stehen dort noch als museum zur besichtigung herum. 

abends erreichten wir den hanabanilla-see, cubas groessten, idyllisch in den bergen der sierra escambray gelegenen stausee, und kamen in einem kuerzlich renovierten hotel mit fantastischer sicht ueber den see in die berge unter. 

gestern dienstag setzten wir in einem holzboot ueber den see und unternahmen eine kleine wanderung in den urspruenglichen waeldern entlang eines maerchenhaft schoenen kleinen flusses, der mit wasserfaellen blauschimmernde teiche verbindet und uns zu herrlich erfrischendem bad einlud. 

abends erreichten wir trinidad, die besterhaltene kolonialstadt cubas (und wohl der ganzen karibik):  hier blieben vor ca. 200 jahren die uhren stehen, als die reichen zuckerbarone die stadt verliessen, da das umliegende tal der zuckermuehlen  - begrenzt nach allen seiten von gebirge bzw meer) anbaumaessig ausgereizt war und man kein weiteres wachstum mehr erreichen konnte.  fuer lange zeit versank trinidad in eine art dornroeschenschlaf, aus dem es erst in der neuzeit fuer den dankbaren tourismus geweckt wurde.

wir bezogen unser hotel auf einem huegel ueber der stadt mit fantastischem blick bis zum meer, trafen uns am pool und schlenderten nach dem abendessen hinunter in die stadt, die den ganzen tag, besonders aber natuerlich abends und nachts vibriert vor musik allerorten. wir besuchten die casa de la trova und die casa de la musica und blieben lange bei afrocubanischer musik in einem weinberankten patio haengen..

heute mittwoch nun erkundeten wir die stadt in allen ihren teilen und werden gleich zum strand aufbrechen, um abends in einer hoehlendisco das tanzbein zu schwingen:  tatsaechlich existiert in einer der vielen riesigen tropfsteinhoehlen unter der stadt eine gut durchlueftete disco, wohl einmalig in ihrer anlage..

morgen donnerstag werden wir im tal der zuckermuehlen reiten und abends noch einmal das muntere nachtleben dieser bunten stadt auskosten, bevor wir uebermorgen freitag weiter in den oriente, den "heissen, schwarzen osten" der insel reisen.  aber davon ein andermal..

bis dahin wuenschen wir allen daheimgebliebenen alles gute und senden euch ganz liebe gruesse aus der sonne,

die la-palma-explorers
i.a. thomas

Beitrag von Wolfgang B. am 8.04.09         Cubaträume
Lieber Thomas,
gestern haben uns Freunde besucht, die letztes Jahr auf Galapagos waren. Es war ein schöner Abend mit vielen Erinnerungen an unsere Reise Im Februar. Das beste kommt jetzt: die waren vor zwei Wochen auf Cuba und haben uns viele tolle Geschichten erzählt. Da wurden die Zähne ganz schön lang. Wenn ich jetzt Deinen Reisebericht lese, denke ich, nächstes Jahr ist für uns der Cuba-Ausflug an der Reihe.
Viele Grüße und weiterhin schöne Reise.
Wolfgang


Dienstag 14. April 2009               Oriente                                          
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liebe leute,

inzwischen sind wir in der hauptstadt des oriente  - und der salsa!! -, naemlich in santiago de cuba, eingetroffen.  die erste heisse nacht haben wir auch schon hinter uns: in einer hinterstuben-bar wurde echte cubanische salsa aufgegespielt  - sehr authentische athmosphaere, keinerlei touristenrummel. nur wir paar touris unter den cubis, die sich aufrecht (teils sogar erfolgreich) alle muehe gaben, uns etwas schwerfaellige mitteleuropaeer zum tanzen zu bewegen..  ;-)

doch der reihe nach:
unser ritt durch das tal der zuckermuehlen war diesmal ein richtiger hit, der kurs kurz genug, um lange vor der totalen erschoepfung als "tolle action" wahrgenommen zu werden.  abends spielte in unserem hotel eine der zurzeit angesagten reggaeton-gruppen cubas unter freiem himmel vor groesstenteils einheimischen publikum. auch die kathedralenartige tropfsteinhoehlendisco beeindruckte uns angemessenen..

nun verabschiedete sich mein toechterchen  - die den anfang der reise mitgemacht hatte - von uns, da sie wie geplant hier in trinidad bei ihren freunden bleiben wollte, die sie waehrend eines sprachurlaubs hier kennen gelernt hatte.  die gruppe machte sich hingegen auf den weg in den entfernten oriente, den tiefsten osten der insel.

unterwegs bestiegen wir einen alten sklaven-wachturm, von dem aus man frueher die umliegenden felder bis ins gebirge hinein ueberwachen konnte, und besichtigten sancti spiritu, eine zur gleichen zeit wie trinidad gegruendete stadt, die aber nie so aus der zeit gefallen ist und deshalb trotz vergleichbarer ausgangslage und eindeutig kolonialer architektur geradezu modern wirkt nach dem erlebnis trinidad..

in camaguey, einer auffaellig huebschen und ruhigen provinzhauptstadt, legten wir auf der reise in den osten eine uebernachtung ein. sie wird auch die stadt der kirchen genannt, wegen der vielen juengst renovierten kirchen.  da gerade karfreitag war, konnten wir eine cubanische karfreitags-prozession beobachten, auf der der bischoff persoenlich auf offener strasse die ansprache hielt.

samstag ging es mit einigen stopps weiter nach osten.  in bayamo legten wir nach einem stradtbummel eine mittagspause ein, in der wir in einem cubanischen lokal fuer einheimische waehrung uns davon ueberzeugen konnten, dass die cubis entgegen landlaeufiger meinung ordentliches essen fuer summen weit unter einem dollar erhalten. abends checkten wir in einem mir neuen hotel am fuss der sierra maestra ein, mit fantastischer sicht auf die berge.

am sonntag fuhren wir weit hinein in die sierra und mit einigen jeeps unter anderem die steilste strasse cubas hinauf zu einem pass, von dem aus wir bei bestem wetter eine wunderschoene wanderung durch die urwaldbewachsenen berge unternahmen, um schliesslich das bergversteck der rebellen um fidel waehrend der revolution in den fuenfziger jahren zu erreichen.  spannend die hier vorgestellte geschichte einschliesslich anekdoetchen aus dieser abenteuerlichen zeit..

im bergdorf santo domingo besuchten wir eine kaffeebauernfamilie, die uns in ihrem schlichten heim zu einem zuenftigen "bauernkaffee" einlud, und besichtigten eine dorfschule, in der uns ein trotz ostersonntag anwesender lehrer die niedlich eingerichteten klassenraeume zeigte, allesamt ausgeruestet mit farbfernseher und video, sowie einigen computern (!).

zurueck im hotel, erwartete uns am pool ein komplettes spanferkel, dass sich gemaechlich ueber einem grill drehte und uns freundlich laechelnd zum abendessen einlud. wir nahmen dies als angemessenes bergfest unserer vielseitigen reise..   

gestern montag reisten wir weiter, durch wunderschoene cuba-bilderbuchlandschaft:  gruenes fruchtbares land mit dunkelgruenen waeldern und hellgruenen zuckerrohrfeldern, gesaeumt von stolzen koenigspalmen, saubere doerfchen mit huebschen haeuschen und gepflegten gaerten:  im drittwelt-entwicklungsland cuba gibt es zwar eine allgemein schlichte lebensweise, aber keinerlei elend einer darbenden bevoelkerung. 

in der naehe einer ehemals bedeutenden, heute aufgelassenen kupfermine besuchten wir die schutzheilige cubas in ihrer wallfahrstkirche, die jungfrau der barmherzigkeit von cobre, der hemingway seine nobelpreismedaille spendete  - sie wird "ochun" genannt im afrocubanischen pantheon, in welchem sich katholische und altafrikanische religioese kulte mischten und der heute unter der grossenteils schwarzen bevoelkerung cubas verbreitet ist.

nachmittags erreichten wir santiago de cuba und bezogen unser geradezu herrschaftliches hotel an der hauptplaza im zentrum der stadt.  ein erster bummel gab orientierung, und nach dem abendessen wurden wir zu oben besagtem einheimischen-fest eingeladen, welches uns einen ersten eindruck der salsa-hauptstadt gab. 

heute dienstag morgen nun ausfuehrlicher stadtbummel einschliesslich rum-museum und verkostung; im augenblick ist ein grosser teil der gruppe im carnevalsmuseum bei einer afrocubanischen musikvorfuehrung, und heute abend werden wir frische langusten in einem privaten paladar kredenzt bekommen, bevor wir in einem traditionellen musikschuppen wieder die alten und jungen son- und salsa-spieler aufspielen sehen..

morgen mittwoch geht es ins umland santiagos, und donnerstag fliegen wir zurueck nach havanna, wo uns dann noch zwei tage freie gestaltung erwarten, bevor es am wochenende zurueck nach europa geht.  doch davon noch nicht heute..

die la-palma-explorers wuenschen allen daheimgebliebenen einen schoenen fruehling und gruessen euch ganz herzlich aus dem sonnigen cuba der leuchtenden farben

thomas

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Montag 20. April 2009               Santiago - Havanna - Heimreise

liebe leute,

nun ist auch diese la-palma-explorers-gruppe wieder abgereist, ueberaus begeistert von land und leuten.  immer wieder sind die mitreisenden erstaunt darueber, wie anders cuba ist als es uns so im kopf herumspukt.. 

zurzeit naehern sich die teilnehmer schon europa und werden noch heute abend wieder zuhause sein.  im gepaeck haben sie die erinnerung an einige unvergessliche tage in einem sonnigen land voller menschen meist bester laune, voller musik, rhythmus, tanz, palmen und guter zigarren.  obwohl wir nur zwei wochen unterwegs waren, das land zu erkunden, kommt es uns aufgrund der vielen erlebnisse eher wie zwei monate vor..

in santiago im heissen osten der insel hatten wir noch zwei schoene tage: 
in einem privaten paladar im "franzoesischen" stadtteil tivoli bekamen wir koestliche langusten und und spaeter in der casa de tradiciones fetzige musik zu leckerem mojito serviert.  am folgetag besuchten wir zunaechst die moncada-kaserne, von der aus die rebellion unter fidel gegen die faschistische diktatur 1953 ihren anfang nahm, und besuchten die morro-festung, die in spanisch-kolonialen zeiten die einfahrt der flaschenhalsbucht von santiago bewachte. auf der insel cayo granma in der bucht erwartete uns ein leckeres mittagessen, bevor wir uns an den straenden von siboney kurz erfrischten.. 

am donnerstag frueh flogen wir zurueck nach havanna. wir checkten in dem noblen hotel plaza am parque central ein und konnten mit etwas freizeit auf eigene faust die stadt weiter erkunden, die wir orientierungsmaessig ja schon kannten. abends dann die ueberraschung: zum abendessen in der festung von habana holten uns taxis ab, aber was fuer welche:  die schoenen alten oldtimer, die wir nun seit zwei wochen hier fotografieren und dazu beitragen, dass man sich wie in einer zeitmaschine in die fuenfziger jahre zurueckvesetzt fuehlt, standen in form einiger glaenzend restaurierter kabrios vor der tuer und fuhren uns sowohl zur festung wie spaeter auch wieder zurueck..

in der festung erwartete uns ein letztes gemeinsamen abendessen, bevor draussen der nachtwaechter die zeit ausrief.  wir bezogen stellung auf der obersten mauer und beobachteten nun ein spektakel, dass hier seit 400 jahren mehr oder weniger identisch ablaeuft:  die vorbereitungen zum und der abschuss einer kanone, die seit dem 17 jahrhundert exakt um 21 uhr die schliessung der stadttore ankuendigt.  eijn trupp kolonial uniformierter kanoniere betaetigte die kanone, und der knall kann sich hoeren lassen.  allerdings wurde keine kugel auf havanna abgeschossen  - der marode eindruck der hauptstadt koennte mit einem 400-jaehrigen allabendlichen beschuss natuerlich elegant erklaert werden ;-)  sondern ein fest gestopfter lappen segelte ueber der hafeneinfahrt ins meer..

spaeter konnten wir noch im cabaret nacional eine praechtig kostuemierte tanzvorfuehrung erleben aehnlich dem beruehmten tropicana  - aber fuer cubaner, entsprechend etwas kleinerer raum, und 5 cuc eintritt (statt 100 cuc). 

am freitag machte wir eine stadtrundfahrt in einem offenen doppeldecker-bus und spazierten durch den moderneren stadtteil havannas, vedado, und besuchten auch die beruehmte eisdiele la coppelia.  spaeter fuhren wir an die bacardi-straende von havannas osten, wo wir noch einmal leckeren fisch in einem robinson-rancho am strand verspeisten.. 

abends machte sich ein erster teil der gruppe auf den weg zum flughafen, da die gruppe diesmal an zwei verschiedenen tagen heimflog.  die anderen bekamen lecker abendbrot im einzigen art-deco-cafe havannas im ehemaligen bacardi-gebaeude, indem auch unsere durchfuehrende agentur ihr buero hat. 

der allgemein letzte tag samstag stand zur freien verfuegung.  wir suchten noch einige privat verkaufte zigarren etc.  dabei ginngen wir in das viertel, indem ich immer wohne, wenn ich allein hier bin: der kinderspielplatz, der dort in den letzten zwei wochen aus dem boden gestampft worden war, ist uebrigens heute sonntag eingeweiht worden. das war vielleicht ein gejauchze den ganzen tag..!!

gestern abend sind wir dann puenktlich zum flughafen gefahren, die gruppe ist nun also auf dem weg. ich selber bleibe noch ein paar tage, um einige dinge fuer zukuenftige reisen in dieses buntfarbige, gutgelaunte land auszukundschaften.  ende april bin ich auch wieder in d-land..

euch nun alles gute und ganz liebe gruesse zurzeit noch aus cuba

euer mann in havanna

thomas


Dienstag 28. April 2009               Havanna - eigene Heimkehr

liebe leute,

nun naehert sich auch meine mehrmonatige reise durch den lateinamerikanischen kontinent ihrem ende:  eine reise, die mich mit gruppen nach cuba und zu den galapagos-inseln fuehrte und auf erkundungsreisen bis nach patagonien und feuerland..

die letzten tage war ich noch kreuz und quer auf cuba unterwegs, um ideen fuer weitere reisen in dieses schoene, farbige und gutgelaunte land auf machbarkeit zu ueberpruefen.  so bald kriegt man mich hier nicht weg..  ;-)

morgen dienstag abend geht nun aber endgueltig der flieger nach europa, mittwoch abend eintreffen in berlin.  schon am wochenende werde ich an den arbeiten fuer die ausschreibungen der reisen des naechsten jahres sitzen, damit ihr sie sobald moeglich in den haenden haltet. 

euch alles gute und bis die tage, wo ich mich auf der news-seite unserer freundeskreis-website zurueckmelden werde.

ganz liebe gruesse zurzeit noch aus cuba,

euer mann in havanna

thomas

Beitrag vom 28.04.09         Wiedersehen
Hallo Thomas,
willkommen in Deutschland, wir freuen uns schon auf unser Wiedersehen in Berlin.
Elfriede
 
                                                                                                                      
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