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Reisetagebuch der Freundeskreisreise
Vietnam 2019 (3 Wochen + 1 Woche)
1.03. - 23./29.03.19
Hanoi, Halong Bay, SaPa, DienBienPhu, Trockene Halong-Bucht, Phong Nha, Hué, Hoi An, Ho Chi Minh City, Verlängerung: Phu Quoc
Freitag, 1.März 2019 Reisetagebuch VIETNAM 2019
Liebe Leute,
ab heute führen wir hier wieder ein aktuelles Reisetagebuch:
Unsere Winterflüchtlingsgruppe nach VIETNAM ist seit einigen Stunden auf dem Flug und wird morgen früh (Ortszeit) gegen 6:30 in Hanoi erwartet - Phet und ich werden dann pünktlich am Flughafen sein und die Gäste mit unserem Gruppenbus abholen. Wahlweise drei oder vier Wochen lang werden wir dann dieses spannende Land mit seiner unvergleichlichen Geschichte (es musste erst zwei Großmächte besiegen, um seine Unabhängigkeit zu erringen) und faszinierenden Natur von Nord nach Süd erkunden.
Phet und ich sind ja schon seit einigen Tagen in Hanoi, um hier die letzten Programmfalten glattzubügeln: Wir schlugen am 27. Februar hier auf, just an dem Tag an dem hier der Gipfel von Dick und Doof begann. Die Straßen sind entsprechend geschmückt und teils auch abgesperrt, viele Hotel-Dachbars sind nicht zugänglich, weil dort Fernsehteams ihre Kameras Richtung Metropole-Hotel ausgerichtet haben und Journalisten auf irgendwas Mitteilenswertes warten.
Nachdem die orangene Frisur gestern vorzeitig abgereist war, waren die Straßen wieder weitgehend frei - bis auf heute, als wir mit dem Roller Richtung Ho-Chi-Minh-Mausoleum unterwegs waren: Da fuhr plötzlich Kim in der Stretchlimousine an uns vorbei, weil er die freie Zeit offenbar dazu nutzt noch etwas Bildungsurlaub zu machen und sich das Mausoleum auch mal anschauen wollte.
Wie auch immer: Unser Programm ist wasserdicht, und wir werden morgen früh die verschlafene Gruppe mit einem ersten leckeren Vietnam-Eierkaffee (Cà Phé) wachrütteln, bevor wir uns die schönste Hauptstadt Südostasiens anschauen. Am Wochenende sind hier viele Straßen der Altstadt Fußgängerzone - da macht das Spazieren zwischen gutgelaunten Menschen noch viel mehr Spaß.
Nun wünschen wir den Mitlesern viel Spaß beim virtuellen Mitreisen und unseren Gästen einen ruhigen Flug rund um den Globus - bis morgen: Ihr werdet erwartet !! Thomas und Phet :)
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Samstag, 2.März 2019 Vietnamgruppe eingetroffen
Liebe Leute,
unsere Winterflüchtlinge 2019 sind pünktlich, gesund und bestens gelaunt in Hanoi eingetroffen - dies vorweg !! :)
Der durch die Schließung des pakistanischen Luftraums notwendige etwas nördlicher gelegene Umweg hat sich mit einer 45 Minuten späteren, aber bereits so eingeplanten Landung bemerkbar gemacht.
Mit unserem Gruppenbus erreichten wir das Hotel im Old Quarter von Hanoi gegen 9:00 Uhr vormittags, überließen aber den Hotelfachkräften die spätere Bereitstellung der Zimmer und Verteilung der Koffer, während wir uns auf den Weg machten, das wochenendlich verkehrsberuhigte Hanoier Innenstadtviertel am Hoan Kiem See zu erwandern: Kathedrale, Oper und das berühmte "Hanoi Hilton" (berüchtigtes Gefängnis) lagen auf unserem Weg, wir stellten fest das Dick Kim nun auch abgereist ist (am nicht mehr abgesperrten Hotel), schlappten auch am verwaisten Gipfeltreffpunkt vorbei (liegt alles am Weg) und beobachteten entzückt die friedliche Athmosphäre am See, wo vor allem die Kids viel Spaß haben, aber auch jede Menge Musik- und Tanzvorführungen die Spaziergänger erfreuen. Eine zünftige Nudelsuppe (Phoe) in einem Straßenlokal und ein leckerer Kaffee am See rundeten unseren ersten Tagesmarsch ab.
Nach Zimmerverteilung und etwas Ruhezeit ging es am Abend in die ebenfalls verkehrsberuhigte Altstadtzone und durch die schmalen, trubeligen Hanoier Innenstadtgassen zum Abendessen und einem Absacker-Bierchen mit Straßenmusik. Schließlich sanken alle in die Federn, und ich darf noch den Tagesabschlussbericht erstellen.
Morgen Sonntag gibt es weitere Stadterkundungen - darüber dann später mehr,
bis dahin ganz liebe Grüße von einer fröhlichen Gruppe aus Hanoi, der ältesten Hauptstadt Südostasiens, wo sich Tradition und Moderne so einen freundlichen Mix erlauben,
Thomas :)
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Sonntag, 3.März 2019 Hanoi
Liebe Leute,
auch der zweite Tag (Sonntag) verlief sehr glücklich:
Mit einem oben offenen Hop-on/hop-off-Bus ließen wir uns zunächst durch die Hanoier Innenstadtbezirke bis zum Westsee schaukeln (aus diesem See haben die Vietnamesen den späteren Senator McCain gezogen, nachdem sein Bomber während des Vietnamkrieges nach Einsatz über Hanoi abgeschossen wurde) und spazierten dann vom Ho-Chi-Minh-Mausoleum über Ein-Säulen-Pagode (kleiner Altar auf einer Säule in einem Fischteich) - wo wir uns mit einem Käffchen stärkten - zum Literatur-Tempel, der schon im 11 Jahrhundert gegründeten Universität der alten Kaiserstadt. Als wir entlang von Eisenbahnschienen zwischen Wohnhäusern liefen, kam grad ein Zug vorbei - später schlappten wir durch die trubeligen Marktstraßen des Viertels zurück zum Hotel.
Nach Sonnenuntergang wanderten wir noch einmal um den Hoan-Kiem-See und erfreuten uns an den vielen fröhlichen Aktivitäten auf den verkehrsberuhigten Straßen und den bunten Lichtspielen rund um den See, bevor wir zum verdienten Abendessen gingen.
Morgen Montag früh werden wir zur Halong-Bucht aufbrechen, wo wir zwei Tage mit einer Dschunke (mit Kabinen) zwischen den bizarren Karststeinkegeln hunderter Inselchen kreuzen wollen.
Dazu später mehr - bis dahin ganz herzliche Grüße von einer gut gelaunten Gruppe aus Hanoi, Thomas :)
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Dienstag, 5.März 2019 Halong Bucht
Liebe Leute,
gerade sind wir aus der Halong-Bucht zurück gekehrt - das ist die Bucht vor der vietnamesischen Küste im Südchinesischen Meer mit den vielen Inselchen, die zu tausenden dschungelüberwachsen steil aus dem Wasser ragen.
Mit einem schmucken Holzschiff kreuzten wir durch den Archipel und konnten auf dem Boot in 10 Kabinen übernachten. Tolles Essen an Bord - sogar mit vietnamesischem Kochkurs. Zunächst gab es statt zuvor angesagtem Gewitter glücklicherweise nur etwas leichten Regen, der sich auch bald verzog, so dass wir problemlos auf einer Insel eine Höhlenwanderung zwischen Stalagtiten und -miten unternehmen konnten, sowie auf einer anderen Insel auf deren Spitze kletterten, um oben einen fantastischen Blick über die Inselwelt zu werfen.
Heute besuchten wir dort noch eine Perlenfarm und ließen uns erklären, wie die teils farbigen Perlen in tausenden von Austern heran wachsen. Später kehrten wir nach Hanoi zurück und erlebten hier eine Show im Wasserpupppentheater: Ein Ereignis, welches auf Aktivitäten während der regenzeitlichen Reisfelder-Flutungen zurück geht. Unseren letzten Abend in Hanoi genossen wir ein super Abendessen auf der Dachterrasse eines edlen Lokals mit tollem Blick über den zentralen Hoan Kiem See und die Dächer und Lichter der Stadt.
Morgen wollen wir sehr früh (6:00 Uhr) mit einem sogn. Sleeperbus in den Norden nach Sapa in den Bergen nah der chinesischen Grenze aufbrechen - dazu später wieder mehr,
bis dahin herzlichste Grüße von einer glücklichen Gruppe,
Thomas :)
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Samstag, 9.März 2019 Nördliches Bergland: Sapa und Dien Bien Phu
Liebe Leute,
inzwischen sind wir in Dien Bien Phu, Schauplatz einer der größten Militärschlachten des 20. Jahrhunderts, eingetroffen - aber der Reihe nach:
Letzten Mittwoch früh morgens bestiegen wir in Hanoi den Bus nach Sapa - ein Bergdorf nahe der nördlichen Grenze zu China - und fuhren zunächst am Roten Fluss entlang, später hinauf in die Berge in einem sogn. Sleeper-Bus: Das sind die hier üblichen Fernreisebusse, die - da oft nachts eingesetzt - mit drei Reihen doppelstöckiger Liegen ausgestattet sind, in denen man recht bequem auch tagsüber reist.
Sapa auf 1.500 m an den Flanken des Fanxipan (mit 3.143 m der höchste Berg Vietnams) befindet sich teilweise in dichten Wolken, so dass wir von unserem Hotel mit toller Aussicht dieselbe nur gelegentlich genießen können. Dafür ist die Gegend in mystisch wabernde Nebel getaucht, während wir unsere erste Wanderung ins Nachbardorf CatCat unternehmen, ein Dorf des Bergstamms der H'mong-Chinesen. Sie leben in geduckten Holzhäusern und tragen indigo-dunkelblaue, fast schwarze Tracht.
Am nächsten Tag bringt uns eine längere Wanderung durch ein mit Reisfeldern terrassiertes Tal entlang eines Flusses, den wir des öfteren auf Hängebrücken queren und verschiedene Dörfchen der H'mong sowie des Dao-Bergstamms (mit roter Tracht) durchwandern. Ein ganzer Pulk einheimischer Frauen begleitet uns und zeigt uns an Gabelungen den Weg, so dass wir ihnen dankbar auch ein paar selbstgewebte wunderschöne Stoffe (Schals und Täschchen) abkaufen. Solche Mitbringsel sind hier preiswerter (und für die Frauen hilfreicher) als später im Laden gekauft.
Am Nachmittag finden wir in Sapa ein Café mit superleckeren Kuchen, dazu ein vietnamesischer Kaffee mit seinem speziellen, leicht schokoladigen Aroma - uns ist es sicher schon schlechter gegangen.. :)
Gestern Freitag morgen bringt uns ein privater Gruppenbus durch die fantastische Bergwelt, die uns hinter jeder Ecke neue tolle Aussichten beschert - einschließlich einer kleinen Wanderung entlang eines Flusses und leckerem Lunch in einem Straßenlokal eines abgeschiedenen Dorfs im vietnamesich-chinesisch-laotischen Dreiländereck - nach Dien Bien Phu, dem vietnamesischen Schicksalsort: Hier schlugen die Vietnamesen 1954 in einer epischen Entscheidungsschlacht erstmals eine europäische Kolonialmacht und warfen ihre langjährigen französischen Unterdrücker nach zehnjährigem Kampf entgültig aus dem Land. (Auf die Freude der errungenen Unabhängigkeit folgte dann jedoch die US-amerikanische Einmischung, die den Vietnamesen ihren Sieg stahl und sie mit einem zweiten, noch brutaleren Indochinakrieg überzog, bis es den Vietnamesen gelang, auch noch diese Großmacht zu besiegen.)
Heute Samstag besichtigten wir mit dem Festungshügel A1 sowie dem Hauptquartier der Franzosen die wichtigsten Orte dieser Schlacht; dazu ein Museum, wo wir einige Details dieses Kampfes genauer kennen lernten, z.B. dass es sich bei diesem Kampf um die sogn. "letzte Schlacht der Waffen-SS" gehandelt hat: Nach dem 2.Weltkrieg waren viele ehemalige Nazis bei den Fremdenlegionären untergetaucht und tobten ihr Herrenmenschentum weiterhin gegen kolonialisierte Länder aus. Umso mehr gönnen wir den unfassbar tapferen Vietnamesen ihren unerwarteten Sieg über die arroganten Europäer.. :)
Abends beobachten wir vom Siegesdenkmal-Hügel einen flammenden Sonnenuntergang und erleben noch eine Tanzshow der hier ansässigen Bergvolk-Minorität der Thai-Dam ("schwarze Thai") in ihren typischen Trachten.
Morgen Sonntag werden wir mit einem kurzen Flug aus dem Hochland Hanoi anfliegen und mit einer weiteren Busfahrt die sogn. Trockene Halongbucht bei Ninh Binh erreichen. Dazu dann später wieder mehr -
bis dahin ganz liebe Grüße von einer komplett begeisterten Gruppe, Thomas :)
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Donnerstag, 14.März 2019 Trockene Halongbucht und Nationalpark Phong Nha Ke Bang
Liebe Leute,
letzten Sonntag brachte uns ein kurzer Flug mit einer zweimotorigen Turboprop-Propellermaschine aus dem Hochland zurück nach Hanoi, wo wir von unserem Gruppenbus erwartet wurden und an Hanoi vorbei direkt zur sogn. Trockenen Halongbucht nach Tam Coc in der Nähe von Ninh Binh gebracht wurden. Hier bekamen wir zunächst einen gehörigen Schrecken, da unser gebuchtes Hotel wg. Umbaumaßnahmen geschlossen war und wir ohne Kenntnis in ein anderes Hotel umgebucht wurden. Dieses andere Hotel war aber eine sehr schön in die Natur eingepasste und um einen Pool gruppierte Bungalowanlage, so dass wir diese Änderung gern in Kauf nahmen und uns hier auch ein gutes Abendessen gönnten.
Montag ließen wir uns dann gleich zwei Mal von Ruderbooten durch die gar nicht so trockenen Karstkegel schippern: Sie sehen aus wie die Inseln der Halongbucht, nur dass sie halt auf Land stehen und von daher auch sehr an die Mogotes der westcubanischen Tabakanbaugebiete erinnern (tatsächlich haben alle drei Formationen den gleichen geologischen Ursprung eines gehobenen und ausgewaschenen Kalkstein-Meeresbodens). Zwischen den "Inseln" liegen hier hauptsächlich Reisfelder, die von verschiedenen Flüssen und Bächen durchschnitten sind. Auf diesen Flüssen lassen wir uns nun durch die urtümliche Landschaft rudern, wobei die Ruderer witzigerweise mit den Füßen arbeiten. Mehrfach verschwinden die Flüsse in den Bergen, so dass wir durch Höhlen treiben und den Kopf einziehen müssen, damit uns die von der Höhlendecke hängenden Stalaktiten nicht frisieren. Die Landschaft wirkt so mystisch und urweltlich, dass wir uns über auftauchende Dinosaurier kaum gewundert hätten. Tatsächlich diente diese Gegend vor wenigen Jahren dem neuesten King-Kong-Film "Skull Island" als Kulisse, und auf einer kleinen Wanderung finden wir uns unversehens im originalen Filmset wieder: Einem "Ureinwohner"-Dorf, wo die Komparsen eines Bergstammes die vorbeikommenden Touristen Willkommen heißen.
Zum Sonnenuntergang klettern wir über endlose Stufen einen der Karstkegel hinauf und genießen hier einen tollen Rundblick über die unwirkliche Landschaft, bevor wir nach einer leckeren Ente als Abendessen den Schlafbus besteigen, der uns durch die Nacht Richtung Süden nach Phong Nha in Annam, Zentralvietnam, bringt. nach oben
Gestern Dienstag morgen treffen wir dort ein und beziehen unser bereits gebuchtes Hotel, wo wir uns erst mal frisch machen und dann durch den Ort spazieren. Auch dieses Gebirge nah der laotischen Grenze besteht aus dschungelbewachsenen Karstkegeln, wirkt aber mit seinen steilen engen Schluchten viel gebirgiger als die im Flachland stehenden Kegel bei Ninh Binh. Die Berge sind total zerfurcht und zerhöhlt, löchriger als jeder schweizer Käse.
Ein überdachtes Motor-Langboot bringt unsere Gruppe den Fluss entlang zu einer abgelegenen Stelle, wo auch diese Wasserstraße im Berg verschwindet. Der Motor wird abgestellt und das Dach geöffnet, denn nun wird das Boot von den Bootsführern (ein Ehepaar) durch den Berg gestakt. Beeindruckende Kalksteinformationen ragen neben dem Boot empor und wachsen gewaltigen, von der hohen Decke hängenden Stalagtiten entgegen, von versteckten Scheinwerfern gespenstisch beleuchtet. Wir verlassen das Boot an einem unterirdischen Strand und wandern zutiefst beeindruckt von den uns umgebenden fantastischen Gebilden aus der Höhle hinaus - nur um außen den Berg mittels einer steilen Treppe zu erklimmen und 100 m weiter oben abermals in die Höhle einzusteigen, um hier noch viel fantastischere Tropfsteine vorzufinden.
Später bringt uns das Boot zurück in den Ort, wo wir uns in einem neu eröffneten Lokal mit köstlichem vietnamesischen Kaffee und europäisch inspiriertem Kuchen verwöhnen und den Tag nach leckerem Abendessen beim Drink auf einer Rooftopbar (Dachbar) ausklingen lassen.
Heute Mittwoch wandern wir in einem Dschungelbereich der Berge, der "Botanischer Garden" genannt wird und uns über steile Wege zu einem bezaubernden Wasserfall bringt, an dessen Rand ein Teil der Gruppe hinauf klettert (die anderen gehen einen etwas bequemeren direkten Weg). Später besichtigen wir die Paradise-Cave, die angeblich die schönste (und tatsächlich absolut atemberaubende) Höhle der Welt sein soll. Man möchte diesen Superlativ glauben, denn niemand von uns hat (trotz einiger Erfahrung) je solch riesige, wunderschöne und bizarre Kalkformationen gesehen.
Morgen Donnerstag werden wir auf unserer Weiterreise zur alten Kaiserstadt Hué eine unterirdische Stadt besuchen und die alte Verbindungsbrücke von Nord- nach Südvietnam überschreiten.
Dazu dann später wieder mehr - bis dahin ganz liebe Grüße von einer nach wie vor total fröhlichen Truppe, Thomas :)
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Dienstag, 19.März 2019 Alte Kaiserstadt Hué und Bilderbuchstädtchen Hoi An
Liebe Leute,
letzten Donnerstag verließen wir mit unserem Gruppenbus die Berge von Phong Nha und steuerten Richtung Südosten auf die Küste zu. Hier sind wir bereits nah des 17.Breitengrads - der ehemaligen, so heftig umkämpften Demarkationslinie zwischen Nord- und Südvietnam. Diese Gegend wurde von den Amerikanern quasi pausenlos bombardiert, um den Krieg doch noch zu ihren Gunsten zu wenden - was sie letztlich nicht erreichten. Jedoch zwangen die verheerenden Bombardierungen die einfache Reisbauernbevölkerung der Gegend, sich einzugraben und unterirdische "Städte" zu bauen, mit kilometerlangen unterirdischen Gängen und kleinen Räumen für jeweils eine Familie, aber auch Krankenzimmer (sogar einer Geburtsstation), Versammlungs- und Lagerräumen und einer ausgeklügelten Ventilation, wo sie 6 Jahre lang lebten und nur nachts die Felder bestellten.
Wir lassen uns durch diese finsteren Gänge führen, die immerhin knapp ausreichend hoch sind auch für uns - anders als die noch mal wesentlich engeren militärischen Gangsysteme weiter südlich, die den Vietcong das Verschwinden während der Kampfhandlungen ermöglichten, womit sie die amerikanischen GI's zusätzlich verwirrten.
Wenig später erreichen wir die alte Brücke über den Hai Ba Fluss, der damals die Grenze zwischen beiden Teilen Vietnams war - ein Zustand, den die Vietnamesen nie akzeptiert hatten und daher gemeinsam für eine Wiedervereinigung in Unabhängigkeit kämpften. Folgerichtig handelt es sich bei dieser Brücke um die meistbombardierte und immer wieder aufgebaute Verbindung während des Krieges. Heute führt eine neue Betonbrücke neben der alten Eisenkonstruktion über den Fluss - nur wenig erinnert an die schicksalhafte Trennung.
Südvietnam:
Ab nun bewegen wir uns im ehemaligen (politischen) Südvietnam und erreichen am frühen Abend Hué, die alte Kaiserstadt: Ab 1802 war Hué Hauptstadt des Landes und Residenz des Kaisers. Erst 1945 wurde Hanoi wieder zur Hauptstadt, nachdem der letzte Kaiser Bao Dai wegen seiner Japan-Treue seine kaiserlichen Insignien an den neuen Präsidenten Ho Chi Minh übergeben musste und dieser die unabhängige Republik Vietnam - mit einer an die amerikanische Verfassung angelehnte, von den französischen Idealen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit durchdrungenen vietnamesischen Verfassung - ausrief. Wieviel Leid und Kampf lag da noch vor ihnen, bis sie diese Ideale dann auch gegen diese Mächte (die ihre Ideale nur auf sich selber anwendeten und keinesfalls den kolonialisierten Ländern zubilligen wollten) durchgesetzt hatten..
Nachdem wir unser hübsches Hotel mit Pool in einer stillen Gasse mitten im trubeligen Zentrum der Stadt bezogen haben, machen wir natürlich noch einen kurzen Stadtbummel zum Abendessen.
Am folgenden Tag Freitag besichtigen wir vormittags die Zitadelle - die alte kaiserliche Residenz und ehemaliges Palastgelände: Hinter einer 10 km langen Umfassungsmauer liegt die ehemals Verbotene Stadt, zu der nur der Kaiser, seine Konkubinen und Familie Zugang hatte. Dieses Viertel wurde von den jedes gegenteilige Abkommen ignorierenden Amerikanern ebenfalls weitgehend zerbombt, wird heute aber mithilfe verschiedener Nationen (aber ohne Amerika) restauriert. Wir erkennen Unterschiede sogar zum letzten Jahr: Neben der Bibliothek sind neue Pavillons und zauberhafte Gartenanlagen dazu gekommen. In wenigen Jahren will man sich sogar an die Restaurierung der Paläste wagen - auch ein Beispiel, wie uns die Zukunft der Vergangenheit näher bringt.
Nachdem wir die Zitadelle verlassen haben, erlauben wir uns den Spaß einer Fahrradrikschafahrt zum Anleger der Flussboote: Nun steht ein Ausflug auf dem ruhigen Parfümfluss an - wir besuchen die flussaufwärts im Grünen gelegene Thien Mu Pagode, eines der wichtigsten buddhistischen Klöster Vietnams.
Nachmittags bummeln wir programmfrei durch die am Wochenende zur Fußgängerzone verwandelte lebhafte Innenstadt und beschließen den Abend beim Absacker in einer hip gestalteten Open-Air-Lounge..
nach oben Gestern Samstag bringt uns unser Gruppenbus weiter nach Süden: Zunächst baden wir im klaren Wasser der Elephant Falls und später auch am Strand, wo wir frischen Fisch zum Mittag serviert bekommen. Nun überschreiten wir am Wolkenpass - der seinem Namen alle Ehre macht - auch die Wetterscheide zwischen (subtropischem) Norden und (tropischem) Süden und erreichen Danang, die an einer wunderschönen Bucht gelegene Großstadt mit bemerkenswerter Skyline, an deren Stränden (China Beach) in den 60'ern die ersten amerikanischen Truppen an Land gingen. Bald erreichen wir Hoi An, ein zufällig vom Bombenhagel verschontes Städtchen, welches heute ein einmaliges Zeugnis vietnamesischer Architektur ablegt und 1999 zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Ein abendlicher erster Bummel durch die mit bunten Lampignons beleuchteten Gassen bringt uns dieses gern besuchte Beispiel des ursprünglichen Vietnam schon etwas näher.
Heute Sonntag besichtigten wir dieses architektonische Kleinod genauer und ließen uns die Geschichte der Stadt vor Augen führen: Die frühere Hafenstadt prosperierte vor allem im 16. und 17. Jahrhundert, als sie noch direkt am Meer lag und sich viele japanische und chinesische Händler hier niederließen. Da die Häfen später versandeten und das Meer sich mehrere Kilometer zurückzog, versank das uninteressant gewordene Städtchen in einem Dornröschenschlaf, der es regelrecht konservierte. Wegen kompletter Bedeutungslosigkeit sogar im Krieg vom Bombenhagel ignoriert, ist es heute das einzige Beispiel für traditionelle vietnamesiche Architektur, so dass wir hier nun die kostbare "Japanische Brücke", alte chinesische Versammlungshäuser und altehrwürdige Holzhäuser besichtigen können. Der Bummel wird mit einem leckeren Käffchen am Markt abgeschlossen.
Nachmittags besuchen wir den Strand und toben in den langen Wellen des Südchinesichen Meeres bei frischem Bratfisch.
Die nächsten Tage wollen wir dieses hübsche Städtchen und seine Umgebung näher kennen lernen - dazu dann später mehr in diesem Theater,
ganz liebe Grüße derweil von unserer rundum begeisterten Truppe, Thomas :)
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Donnerstag, 21.März 2019 Hoi An und HoChiMinh City
Liebe Leute,
nun sind wir mit der Kerngruppe schon fast durch - doch der Reihe nach:
Im hübschen Hoi An kamen wir nach den ereignisreichen Tagen im Hochland und Norden etwas zur Ruhe, wenngleich wir selbstredend auch Programm machten: So unternahmen wir eine Radtour durch die Reisfelder rund um Hoi An und besuchten dabei das Häuschen eines sehr betagten freundlichen Bauernpaares, die wir dort schon mit unserer letztjährigen Gruppe getroffen hatten: Sie sind quasi versehentlich zu "Models" geworden, nachdem sie der bekannte französische Fotograf Réhahn in seiner Fotoreihe über vietnamesische Charaktere bekannt gemacht hatte. Leider ist die Frau kürzlich verstorben, aber die Tochter lud uns ins Haus zu ihrem Gedenkaltar, wo wir auch den stets lächelnden alten Mann wiedertrafen.
Auf einem Ausflug nach MySon lernten wir das "vietnamesische Angkor" kennen: Hier hatte die Cham-Kultur schon vor dem Angkor-Reich ganz ähnliche Tempel den Hindu-Göttern geweiht. Die Tempel werden zurzeit mit polnischer, italienischer und indischer Hilfe aufwendig restauriert, nachdem sie im Krieg von den überhaupt nichts respektierenden Amis zerbombt worden waren. Einige Gäste nahmen auch die Gelegenheit wahr, die der Küste vorgelagerten Cham-Inseln für einen Bade- und Schnorchelaufenthalt zu besuchen.
nach oben Vorgestern Mittwoch flogen wir dann von DaNang in den Süden zu unserem letzten gemeinsamen Programmpunkt nach HoChiMinh, dessen Innenstadtbezirk auch heute noch Saigon heißt. Hier bummelten wir gestern Donnerstag den ganzen Tag durch die Straßen der Innenstadt mit Rathaus (Volkskomitee), alter Oper, Notre Dame und stilvollem Hauptpostamt, dem ehemaligen Präsidentenpalast (heute Unabhängigkeitsmuseum) zum wahrlich erschütternden Kriegsrelikte-Museum, in welchem die über Vietnam gekommenen Kriegsgräuel anschaulich-eindrücklich dargestellt werden. Über den trubligen Markt, wo es schier alles günstig zu geben scheint, und entlang des Saigon River erreichten wir schließlich das höchste Gebäude der Stadt: Einen futuristischen, komplett verglasten Wolkenkratzer, in dessen Heli-Bar (am Helikopter-Landeplatz auf Zweidrittelhöhe) wir beim Sonnenuntergang einen Sundowner sowie die tief unter uns in allen Farben aufleuchtende Großstadtdschungel-Beleuchtung genossen.
Heute Freitag ist der letzte Tag der Kerngruppe, die heute Abend den Nachtflug nach Europa nehmen wird. Zurzeit sind alle noch am Bummeln und letzte Mitbringsel einkaufen, bevor wir uns zu unserem Abschluss-Abendessen treffen wollen. Ereignisreiche Wochen einer wieder rundum gelungenen Reise durch ein fantastisches, nun gar nicht mehr so fremdes Land mit unvergesslichen Eindrücken und bereichernden Erinnnerungen liegen hinter uns - und für die Verlängerer noch eine Woche Strandurlaub auf einer tropischen Insel zum endgültigen Winter-Aussitzen vor uns..
Von der Insel werden wir uns sicher noch einmal melden - bis dahin wünschen wir unseren Gruppenfreunden eine gesunde Heimkehr und aufsschlussreiche Fotoauswertung,
ganz liebe Grüße noch aus Vietnam von einer glücklichen Gruppe, Thomas :)
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Samstag, 23.März 2019 Trauminsel Phu Quoc
Liebe Leute,
nach einem leckeren Abschlussdinner verabschiedeten wir gestern Freitag Abend die Kerngruppe am Fughafen: Kommt gut heim - wir vermissen Euch jetzt schon..!! :)
..während wir Verlängerer heute Samstag mittag nach kurzem Flug von HoChiMinh die vietnamesische Traumurlaubsinsel Phu Quoc im Golf von Thailand nahe der kambodschanischen Küste erreichten. Sie hat einen ähnlich herzförmigen Umriss wie La Palma, ist aber etwas größer und bei Weitem nicht so steil (nur 603 m hoch).
Hier wohnen wir nun in einem wunderschönen Bungalow-Resort am palmenbestandenen weißen weichsandigen Strand mit eingebautem Sonnenuntergang und machen jetzt ein paar Tage Urlaub vom Urlaub, vor allem mit baden, schnorcheln und faulenzen mit lesen, aber auch ein paar Ausflüge ins Hinterland sind angedacht. Wir werden darüber sicher später noch einmal berichten - bis dahin ist jetzt Sendepause, und Erholung pur angesagt.. :)
Mittwoch, 27.März 2019 ..paar Tage einfach Urlaub.. :)
Liebe Leute
seit einigen Tagen machen wir nun Urlaub auf der Trauminsel Phu Quoc im Süden Vietnams, nah der kambodschanischen Grenze im Golf von Thailand. Wir relaxen, lesen, baden und schwimmen in Pool und Meer und machen Ausflüge in die nahe kleine Hauptstadt, wo es am Hafen einen bunten Nachtmarkt gibt.
Mit einem gemieteten amerikanischen Jeep - offenbar ein original-Beutestück aus den 60'er Jahren - machen wir eine rappelige Exkursion ins Hinterland auf Dschungelpfaden und besuchen neben der idyllischen Starfishbeach und einer kleinen Urwaldwanderung auch eine Honigbienen- sowie eine Pfefferfarm. Im Übrigen lassen wir uns den fangfrischen Fisch und leckere Obstsäfte schmecken.
Am Wochenende steht dann jedoch auch für uns die Rückreise an - daher hier jetzt nicht mehr: Wir wollen weiter genießen.. :)
Sonnige Grüße aus den Tropen; Thomas und Phet :)
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