Erkundungsreisen Südostasien 2016

-> zurück Erkundungsreisen                                     zuvor: Reisebericht Mundo Maya 2015

Überwinterung  und Erkundungsfahrten

nach Thailand, Laos  und den Philippinen

von Dezember’15  bis März’16

Donnerstag 17.12.15   THAILAND: Ankunft Bangkok;
                         Verbrennungsfeierlichkeiten in Hua Hin
liebe leute,

nur eine woche nach rückkehr aus zentralamerika, wo wir auf den spuren der alten mayas zu vulkanischen gebirgsgipfeln und durch dampfende tieflanddschungel stapften, befand ich mich bereits auf dem weg nach südostasien, also exakt auf die andere seite unseres planeten.

auf der strecke berlin-bangkok hab ich diesmal aeroflot via moskau ausprobiert:  die zurzeit günstigste und schnellste verbindung, dazu auch noch (über)pünktlich, mit reichlich beinfreiheit, und das beste essen ever (sogar auf dem innereuropäischen flugabschnitt nach moskau)  - also ein echter tipp..!! ich hatte beim begriff "aeroflot" ja zunächst tiefsitzende befürchtungen kultiviert und automatisch an uralte sowjetflieger mit gepäcknetzen und unzuverlässige verbindungen gedacht, aber das gegenteil war der fall:  modernstes gerät, beste ausstattung, freundlicher service, und auch der flughafen in moskau ist supermodern durchdesigned  - also alles vom feinsten.

in bangkok wurde ich zwar von phet, meiner lieben südostasien-repräsentantin, erwartet, aber aufgrund eines äußerst tragischen verkehrsunfalls in ihrem bekanntenkreis waren wir schon zum wochenende in hua hin im süden thailands zu den verbrennungsfeierlichkeiten der halben familie geladen: der bekannte und seine nichte tot, seine frau und sohn leicht verletzt anwesend, seine tochter mit amputiertem bein im krankenhaus  - noch hatte mit rücksicht auf ihren genesungsprozess niemand es gewagt, sie vom tod des vaters zu unterrichten. 

die verbrennung  - das buddhistische äquivalent zu unserer beerdigung -  ist ein gesellschaftliches ereignis, zu dem man in schwarz oder weiß gekleidet erscheint.  nur der sohn war in die orangefarbene robe der buddhistischen mönche geschlüpft: hier ist es üblich, neben einigen jahren in der jugend auch später noch zu bestimmten einschneidenden anlässen wie hochzeit, geburten oder eben todesfällen ein paar tage ins kloster zu gehen. vor dem verbrennungsofen standen die zwei mit traditionellen intarsien geschmückten klimatisierten kühlsärge, dazu überreicher blumenschmuck und die fotos der verunglückten. die zahlreichen gäste saßen vor diesem "altar" aus blumen, während die mönche des klosters, in dem die verbrennung stattfand, in langer orangefarbener reihe am rand des tempels im lotussitz platzgenommen hatten.  der abt sprach mit monotoner stimme die für den übergang der seelen ins nächste leben nötigen psalme, dann wurden die leichname dem feuer übergeben, und alle gäste flanierten an der feuertür vorbei, um den beiden sich nun aufs neue leben vorbereitenden "verstorbenen" eine blume hinterher zu werfen. 
aufgrund der überzeugung, dass der tod nicht das ende des lebens ist, sondern nur der übergang in ein anderes, wirkt eine solche verbrennung bei weitem nicht so melancholisch wie unsere beerdigungen: ich sah auch bei der engsten familie keine tränen, nur gefasstheit und den mut, nunmehr allein zurechtzukommen  - während man den "abreisenden" einfach alles gute auf ihrem weg wünschte. unterm strich sehr beeindruckend..

wir schlossen noch zwei tage urlaub in einem militärhotel direkt am strand an  - phet ist militärangehörige in reserve und hat als junge frau in kambodscha "gedient". so lernte ich den netten ort hua hin kennen, der in der nähe des heute aktuellen königspalastes liegt und zur seeseite von mehreren weihnachtlich (??) beleuchteten kriegsschiffen bewacht wird.

inzwischen sind wir aber wieder in unserem apartement in bangkok und bereiten unsere für ende des monats geplante inspektionsreise nach laos vor. und eine thai-hochzeit werde ich mir wohl auch noch antun müssen, bevor im januar endlich die erwartete neue "hinterindien"-gruppe aufschlägt..

vorerst aber wünsche ich allen mitlesenden noch eine wunderschöne (vielleicht weiße ?) rest-weihnachtszeit  -
ganz liebe grüße aus bangkoks sonne (30 grad),
thomas :)

 
Mittwoch 30.12.15   LAOS und ISAAN:  Inspektionsreise ins Nachbarland,
                         und eine Hochzeit zu Weihnachten :)
liebe leute,

ich hoffe, ihr hattet ein vollumfänglich
wunderschönes weihnachtsfest 2015 und genießt nun die ruhige zeit zwischen den jahren.

phet und ich waren derweil die letzten zwei wochen auf inspektionsreise in laos, wo wir nicht nur die reservierungen für unsere nächste gruppe prüften, sondern uns auch um ein neues programm unter berücksichtigung des wilden nordens einschließlich der nordvietnamesischen bergregionen um dien bien phu kümmerten. allerdings stellten wir schnell fest, dass nord-laos und nord-vietnam im winter nicht gut zu bereisen sind: denn in den bergen des nordens ist es  - ganz im gegensatz zum sommerlich warmen und sonnigen süden - nicht nur kühl (und morgens sogar richtig kalt), sondern auch noch derart neblig, dass man von den herrlichen fernsichten über die berggipfel rein gar nix hat.  wir planen daher eine weitere erkundungstour im nächsten herbst, zu der zeit, wo es dort schön sein soll (september).

im anschluss an die inspektionsreise besuchten wir über weihnachten phets familie, die als reisbauern in einem kleinen dorf auf dem flachen land im thailändisch-laotisch- kambodschanischen dreiländereck, dem sogn. isaan, leben und weihnachten kaum vom hörensagen kennen. ein festessen auf dem prächtig gedeckten fußboden gab es trotzdem: ein jüngerer bruder feierte seine hochzeit mit viel musik und gesang.  geschenke - zu welchem anlass auch immer -  bestehen hier traditionell (und zu meiner erleichterung) ausschließlich aus geldgaben, auch wenn das in unseren augen evtl. etwas einfallslos scheint: dort wo es häufig am nötigsten fehlt, fehlt halt vor allem das geld, um diesem mangel abzuhelfen  - während hier niemand auf die idee käme, irgendwelchen (teuren, aber möglicherweise unnützen) "tand" zu verschenken.

nach diesen ereignisreichen zwei wochen  - die mir vorkamen wie zwei monate -  sind wir nun wieder in bangkok eingetroffen, rechtzeitig um hier morgen ins neue jahr zu rutschen.  das wird wieder (wie letztes jahr) mit einer feier für alle angestellten in phets shop verbunden sein -  und gerade sind wir dabei, dafür eine (hier hochexotische) sangría anzusetzen. 

nun wünsche ich auch allen hier virtuell mitreisenden lesern einen gelungenen rutsch hinüber ins neue jahr 2016
wir werden dort ja 6 stunden früher als ihr (d-land) aufschlagen und können euch dann aus dem neuen jahr ins alte grüßen,
quasi per zeitmaschine aus der zukunft in die vergangenheit.. ;)

also bis nächstes jahr - 
bis dahin ganz liebe grüße nun wieder aus bangkok 30 grad,
thomas :)

 

--> Hier gehts zum Reisetagebuch unserer Freundeskreisreise Hinterindien 2016 -
     danach geht es dann aber hier unten weiter
     mit
Tauchen auf den Philippinen und  El Nido, Palawan
 

                                                                                                                       nach oben
Dienstag 23.02.16     Philippinen:  Mindoro - abtauchen im Paradies :)

liebe leute,

es wird zeit, dass ich mich hier zurückmelde - 
seit fast zwei wochen schon befinde ich mich auf den philippinen, wo ich - wie letztes jahr - auf mindoro island einen taucher-lehrgang besuche,
bevor ich den im westen der inselrepublik gelegenen, angeblich besonders schönen palawan-archipel erkunde. 

nach einem dreistündigen flug von bangkok landete ich  - nach tollen fernsichten über die philippinische inselwelt - zunächst in manila, der reichlich molochigen hauptstadt der philippinen, auf der hauptinsel luzón. gleich am nächsten morgen verließ ich die hauptstadt per bus gen süden, erreichte nach einer stunde fahrzeit den fährhafen batangas und setzte mit einem "bangka" - eins der typischen bunten philippinischen boote mit zwei auslegern - und einer weiteren stunde boots-fahrzeit durch die blaue see nach puerto galera auf die südlich von luzón gelegene grüne vulkaninsel mindoro über. puerto galera liegt in einer zauberhaften, tief eingeschnittenen flaschenhalsbucht und gilt als einer der schönsten naturhäfen der welt. 

unzählige korallenriffe umgeben den naturhafen und seine hier besonders bizarre buchtenlandschaft. an den kalkstein-steilküsten gibt es zwar kaum strände, aber eine unglaublich facettenreiche unterwasserlandschaft -  eben eine weltklassedestination für taucher, die sich hier gern alljährlich treffen und wohl auch die haupteinnahmequelle des kleinen ortes sind.  der ort selber ist  - wie die "strände" - eher weniger spektakulär -  ein trubeliger, etwas unaufgeräumt wirkender filipino-ort (halt ganz wie ich es liebe :) mit den landestypischen motorisierten dreiradrikschas und sogn. "jeepneys": amerikanischen jeeps nachempfundene, bunt bemalte bis komplett verchromte fahrzeuge mit langem aufbau, die hier als linienbusse fungieren. am schmalen, nur als bootsanleger genutzten strand einige auf taucher spezialisierte hostels und lokale, an der winzigen "mainstreet" ein paar weitere lokale und geschäfte; dahinter ziehen sich die einfachen wohnbaracken der einheimischen die palmenbewachsenen hänge hinauf, während sie die winkeligen gassen mit ihren kleinen bauchläden füllen und dem ganzen den tyischen wuseligen filipino-flair geben. 

hier nun absolviere ich seit letzter woche bei den "octopus-divers" von mac schmitt  - einem vor 30 jahren hier hängen gebliebenen düsseldorfer urgestein, der vor der küste alle fische beim vornamen kennt -  jeden morgen und jeden nachmittag einen tauchgang, um die nötigen berechtigungen für tauchgänge bis 40 meter tiefe zu erhalten.  jeder tauchgang ist anders, und jedes mal kommt man mit neuen erfahrungen total begeistert vom gesehenen wieder an die oberfläche zurück: neben der unüberschaubaren vielzahl von bunten rifffischen und farbigen korallen, empfindlichen see-anemonen, federsternen, schwämmen und anderen bizarren blumentieren und unbekannten riffbewohnern eben auch buntschillernde (!) nacktschnecken, stille seepferdchen, ehrfurcht einflößende zackenbarsche, flinke kraken, malerische feuerfische und äußerst giftige seeschlangen und steinfische  - letztere aber ungefährlich (solange man nicht gerade reintritt), da wir absolut nicht in ihr beuteschema passen..

da ich für die "scheine" nebenbei auch eine menge theorie büffeln muss (die dann auch abgefragt wird), komme ich mir ein wenig wie in der schule vor, nur dass ich den stoff hier lernen WILL, was in der aufnahmekapazität einen gewaltigen unterschied zu damals macht.  ;)    abends gibts dann noch ein feierabendbierchen mit den tauchkumpels und ein chicken adobo (leckeres filipino-gericht, auch wenn die küche hier der thaiküche keinesfalls gleichkommt)  - der schlaf kommt eher einer ohnmacht gleich. am nächsten morgen wird man dann beim ersten tauchgang wieder frischgemacht, danach ein brunch, etwas lernen, der nächste tauchgang, etc. -  ein so sauber strukturiertes leben führe ich selten.. :))  

bis zum wochenende habe ich wohl auch meinen tieftaucherschein in der tasche - 
dann treffe ich phet in manila (die zurzeit mit ihrer tochter in singapur ist) und werde mit ihr das angeblich so wunderschöne el nido auf den palawan-inseln erkunden: vielleicht ist das mal ein thema für den freundeskreis. denn noch immer suche ich ja nach einer möglichen tour über die philippinen -  ein im prinzip lohnendes ziel, aber touristisch halt noch so gar nicht erschlossen (was ja von mir durchaus gesucht ist -  aber eben auch in den teils langwierigen verbindungen zum ausdruck kommt..). 

soviel für heute - ich muss noch lernen,
euch alles gute und begeisterte grüße rund um den erdball,
thomas :) 

                                                                                                                       nach oben
Freitag  4.03.16       Philippinen:  El Nido, Palawan Archipel:

liebe leute,

tatsächlich habe ich nun seit einigen tagen meinen tieftauchschein auf tasche  - und damit im grunde denselben status erreicht, den ich als junger mann schon einmal mit dem französischen, noch von jaques cousteau als erfinder der aqualunge inspirierten premier echelange (?) hatte, der aber längst verbummelt ist. nun kann ich wieder jedes riff oder wrack auch auf 40 metern tiefe (statt 18m) lizensiert erreichen.. :)

wie verabredet, traf ich phet nach meiner rückkehr von mindoro island nach manila am flughafen, und nach einem samstagabend in vibrant manila mit lebhafter bar-szene und guten musikgruppen im ermita-viertel machten wir uns ab sonntag auf den weg zum palawan-archipel ganz im westen der philippinen:  ein einstündiger flug nach puerto princesa, dem wie vergessen wirkenden hauptstädtchen der palawan-hauptinsel, und eine fünfstündige jeep-fahrt auf der soeben befestigten straße in die "last frontier" genannte, teils noch unberührte grüne dschungelwelt, vorbei an original ureinwohner-bambushüttendörfern mit fröhlich spielenden kindern, ganz in den norden der insel nach el nido, einem ganz bezaubernden fleckchen erde  - bzw. einer verwirrenden eigenen inselwelt aus zerklüfteten und bizarr geformten, dschungelbewachsenen und tropfsteinbehangenen kalksteinkegeln, die aus der azurblau schimmernden see aufragen und dem rundum verzückten besucher versteckte weiße strände und türkis leuchtende lagunen und buchten offerieren.  mit einem wort: grandios..!! :))

hier unternehmen wir von unserem am weiten süd-strand gelegenen bambus-bungalow-hotel tägliche boots-touren in diese schiere sinnes-überforderung an unvergesslichen eindrücken: die hier üblichen bangkas (fischerboote mit zwei auslegern beidseitig) bringen uns zu den traumwelten, die auch schon gelegentlich in filmen für eine angemessen pittoreske südsee-kulisse herhielten. hier schnorcheln wir dann durch die bunte korallenwelt der buchten und riffe und suchen seltsam entrückt wirkende komplett versteckte strände und lagunen auf. dabei stehen die steil aufragenden scharfzackigen felsen teils so dicht, dass das boot kaum bis gar nicht durchkommt, so dass man das ziel - z.b. eine von der außenwelt abgeschlossene blaue lagune -  erst durch klettern oder tauchen durch ein winziges loch im fels erreichen kann.

abends gibt es fangfrisch gegrillten fisch und ein kühles bier -  allerdings sind die internetverbindungen dafür auch derart schlecht, dass man sich eben tatsächlich gänzlich abgeschnitten von der welt fühlt.  nicht schlecht fürs abschalten  - aber halt auch schwierig, auf dringende (berufliche) email-fragen einzugehen.  auch wann dieser bericht hier online geht, kann ich zurzeit nicht wirklich absehen.. 

am kommenden wochenende befinden wir uns aber wieder auf der rückreise raus aus dieser entrückten traumwelt und via manila back home to bangkok, wo ich noch exakt eine woche habe, bevor ich für einen kurzen aufenthalt nach berlin kommen werde.  bald geht es dann hier wohl weiter mit den neuen berichten der diesjährigen cuba-gruppen -  von hier aus gesehen exakt auf der anderen seite des planeten..

allen mitlesern derweil ein schönes frühlingserwachen in d-land und ganz liebe grüße aus der ferne,
thomas :)
                                                                                                                      
nach oben

[Home] [wer wir sind] [news !!] [Reisen] [Reiseberichte] [Kontakt] [Gästebuch] [Rechtsfragen]