Reisetagebücher  Cuba 2016

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Reisetagebücher der beiden Freundeskreisreisen

Cuba 2016

- DomRep-Erkundung für Oktober-Gruppe (kurz)

- April-Gruppe   Cuba   1.04. - 15./21.04.16
-
Verlängerungswoche

 - Mai- Gruppe   Cuba    24.04. - 8./15.05.16
-
Verlängerungswoche

 

Freitag  25.März 2016:     Dominikanische Republik: Vorbereitungsreise
                               für unsere Sommerverlängerer im Oktober
liebe leute,

tatsächlich bin ich nun  - gerade aus südostasien kommend und nach nur einer woche in berlin -  gleich in die karibik weiter gereist, um hier zunächst in der domrep unsere diesjährige sommerverlängerungsgruppe (im oktober) in trockene tücher zu bringen und anschließend unsere beiden frühjahrsgruppen (april und mai) in cuba zu führen. 

hier - in der domrep - geht mir die arbeit leicht von der hand, aber ich muss mich sputen, in den wenigen tagen alles wesentliche abzuarbeiten.  genießen kann ich die schöne insel dann im oktober mit der gruppe.. ;)

zurzeit bin ich mit mietwagen kreuz und quer auf der insel unterwegs, um die verschiedenen hotels unter vertrag zu nehmen und das vorgesehene programm fixzumachen. dabei komme ich nur sehr selten an den compi -  aber alle anfragen werden zu ihrer zeit beantwortet.. ;) 

im mai sind hier präsidentenwahlen -  zurzeit ist die insel komplett zugepflastert mit wahlplakaten, wo sich die verschiedenen korrupten selbstbereicherer zur wahl stellen.  für die bevölkerung ändert sich bei parteiwechsel erfahrungsgemäß gar nix  - aber schön, dass sie sich aussuchen dürfen, von wem sie bestohlen werden. (das ist kein statement gegen demokratie -  wer mich kennt, weiß: ich bin radikaldemokrat.  es beschreibt nur die traurige wirklichkeit der situation in armen "demokratischen" ländern -  und warum die so arm sind, und bleiben..)

bis zum oktober sind die plakate aber wieder weg (bzw. vom winde verweht), das wetter gleichbleibend schön.  und ich bin ganz stolz auf unser aufschlussreiches und wunderschönes programm.. :))

die feiertage der semana santa (osterwoche) werden hier zwar ernst genommen und gefeiert, aber die geschäfte sind meist trotzdem geöffnet: man kann sich ein schließen schlicht nicht leisten. immerhin vereinfacht mir das meine inspektionsreise enorm.. 

in wenigen tagen, gleich nach ostern, fliege ich nach cuba weiter (katzensprung: nachbarinsel) und nehme dort unsere erste gruppe in empfang  -
bis dahin wünsche ich allen mitlesern ein wunderschönes frohes osterfest,
ganz liebe grüße zz. von der samaná-halbinsel,
thomas :)


Mittwoch 30.März 2016:      Cuba: Vorhut ist schon da..

liebe leute,                                                                                                     nach oben

na gut:  der "katzensprung" zur nachbarinsel brauchte 12 stunden (eine zeit, in der man cuba auch gut von d-land aus erreicht), weil der cubana-flieger aus kanada kommend dort warum-auch-immer hängen geblieben war. so startete ich statt 3 uhr nachmittags erst gegen mitternacht und erreichte  - nach zwischenlandung in santiago de cuba -  havanna gegen 3 uhr früh..

zuvor hatte ich die tage in der domrep ja randvoll mit organisatorischem zur vorbereitung unserer schon zweimal verschobenen pilotreise auf diese "cubanische schwesterinsel"  - durch die osterfeiertage wurde das nicht leichter. insbesondere karfreitag wird hier sehr ernst genommen:  die sonst immer lebhaften barstraßen waren totenstill, kein musikton irgendwo auf einer insel, die sonst vor merengue nur so vibriert.  punkt mitternacht war die geisterstunde aber vorbei: beim gongschlag 00:00 wurden die lautsprecher aufgedreht, und bis ins morgengrauen wurde nachgeholt, was zuvor verschwiegen werden musste.. ;)

nun habe ich alle gewünschten hotels bereits unter vertrag und auch ein angemessenes fahrzeug in aussicht -  so dass ich mich nun ganz um unsere anstehenden cuba-gruppen kümmern kann:  die erste trifft hier am 1.april ein  - kein scherz, aber sicher lustig..  :))

cuba steht noch unter dem eindruck der zwei großen ereignisse der letzten woche: erstens (mit großem abstand) das stones-konzert, und zweitens der (zuvor stattgefundene) obama-besuch.  erstem steht man uneingeschränkt begeistert gegenüber -  zweitem eher verhalten: zu groß ist die sorge durch eine allzu schnelle vereinnahmung durch den übermächtigen nachbarn, wenn man ihn nicht mehr grundsätzlich von der insel fernhalten kann..

derweil freue ich mich darüber, endlich wieder auf der kommunistischen teufelsinsel zu sein  -  zu eindrücklich sind die unterschiede zur "freien" domrep: 

- hier (cuba) gehen alle kids zur schule - 
  dort (domrep) bei weitem nicht, und wenn, dann oft mit langen fußwegen; 
- hier leben alle kids bei ihren eltern ganz bürgerlich zu hause - 
  dort leben viele kinder in gangs auf der straße und müssen sich mit betteln bzw. klauen am
  leben halten; 
- wenn ein kind (oder sonst jemand) krank wird, wird ihm hier kostenfrei und fürsorglich
  geholfen - 
  dort nur, wenn man es bezahlen kann;
- hier wird man locker über 80 jahre alt  -
  dort kann man froh sein, das kindesalter zu überleben, und dann muss man halt sehen wo
  man bleibt; 
- hier ist man nicht reich, aber jeder hat sein auskommen  -
  dort lebt ein guter teil der bevölkerung auf der straße oder unter sklavenähnlichen
  bedingungen auf dem land..  
- aber natürlich gibt es in der domrep eine kleine elite, die sich alles leisten kann  -
  die gibt es auf cuba (bislang) defintiv nicht.  

nun  - bald sind wir hier wieder unterwegs, und noch ist cuba so, wie beschrieben:  wer weiß, wie lange sie sich das noch erhalten können. aber unsere mitreisenden werden es kennen gelernt haben, und noch ihren enkeln davon erzählen (sobald sie wieder zu hause sind.. :)

also auf bald: ihr werdet erwartet  -
bis dahin guten flug und ganz liebe grüße von eurem mann in havanna,
thomas :)
 

Freitag  1.April 2016:     Havanna: Gruppe gut, gesund und vollzählig eingetroffen

liebe leute,

vollzug: die erste gruppe ist heute abend komplett und mit allem gepäck eingetroffen,
in der lobbybar unseres hotels plaza am central park / parque central haben wir schon den ersten mojito als abendlichen absacker gemeinsam getrunken und uns alle bekannt gemacht, bevor sich die übermüdeten geister zur ruhe betten konnten. 
morgen stadtrundgang havanna

bis dahin gute nacht und lg aus HAV,
thomas :)
 

Samstag  2.April 2016:     Havanna: erster Tag gut rum gekommen.. :)

liebe leute,

der erste tag in cuba ist rum: havana club ist medizin.  :) 

wie auch immer man nun "rum" versteht: wir haben viel gesehen.  und getrunken..

nachdem wir morgens auf der dachterrasse unseres hotels das frühstücksbuffet gestürmt und uns noch einmal formell miteinander bekannt gemacht hatten, eroberten wir zu fuß die altstadt von havanna:  der marode charme der malerischen gassen und bröckelnden fassaden zwischen frisch renovierten versozialisierten (also öffentlich gemachten) herrenhäusern, das bunte leben und treiben der im übrigen nicht aus der ruhe zu bringenden cubaner zwischen sonnigen parks, spanischem kolonialstil und republikanischem barock, dazwischen die dampfenden amerikanischen 50'erjahre classic cars oldtimer und spielende kinder, die glücklich mit einigen bier-kronendeckeln dame spielen oder vom malecon in den dunkelblauen atlantik hüpfen  - eine fülle neuer faszinierender eindrücke strapazierten unsere aufnahmefähigkeit aufs äußerste und erfreulichste. über den prado - die schattige flaniermeile zwischen malecon und capitol -  spazierten wir zurück zum hotel für einige freizeit, bevor wir am abend durch das centro (die "bronx der vierziger jahre") zum abendessen in einem biergarten am prado schlenderten. 

wie bereits angedeutet, rundete ein guter rum das essen und den ereignisreichen tag ab - 
inzwischen ist die gruppe rechtschaffen müde auf die zimmer gegangen, denn morgen sonntag früh brechen wir zeitig auf: mit unserem gruppenbus fahren wir richtung zentrum der insel nach santa clara - wo ché guevara mit seinem großen sieg über einen waffenstarrenden panzerzug ganz wesentlich zum sieg der cubanischen revolution beitrug und wo er heute auch begraben ist - bevor wir abends ein einsam gelegenes hotel in den bergen der sierra escambray am ufer des hanabanilla-sees beziehen.

so viel für heute: auch ich muss schleunigst in die falle;   
später (aus trinidad ?) dann wieder mehr auf diesen seiten - 
bis dahin ganz liebe grüße von einer müden aber rundum glücklichen truppe aus havanna,
thomas :) 
 

Montag 4.April 2016:      Sierra Escambray:  Santa Clara und Hanabanilla-See

liebe leute,

nachdem wir heute morgen havanna nach osten richtung insel-zentrum verließen und während der fahrt eine ganze menge über die geschichte cubas einschließlich der revolution erfuhren, erreichten wir gegen mittag santa clara, wo wir den panzerzug besichtigten, den ché guevara ende 1958 zum entgleisen brachte und damit die revolution entschied: nachdem waffen und munition des panzerzuges an die revolutionäre gefallen waren, setzte sich diktator batista in der neujahrsnacht zu 1959 ab -  die revolution hatte gesiegt. hier besuchten wir auch das grabmal des ché, der bei seinem bolivieneinsatz 1967 ermordet und 1997 hier  - an der stätte seines zu lebzeiten größten triumphes -  beigesetzt worden war. 

inzwischen sind wir in der natur der sierra escambray am hanabanilla-see, wo es nun wider erwarten auch schon internet gibt. so können wir auch alle angehörigen der reiseteilnehmer beruhigen: offenbar gab es einen bus-unfall mit toten deutschen reiseteilnehmern in cuba  - wir waren das jedenfalls nicht. 

uns geht es bislang bestens, und morgen werden wir eine erste wanderung in der sierra bei den wasserfällen von el nicho unternehmen, bevor wir in das dornröschen-städtchen trinidad weiter fahren. gerade haben wir noch unsere "medizin" (den guten cubanischen rum) gemeinsam eingenommen  - nun ist es spät und alle sind aufs zimmer, und ich werde das jetzt auch tun. 

also ganz liebe grüße aus der sierra escambray,
thomas :)
 

Donnerstag 7.April 2016:      Trinidad - Camagüey

liebe leute,

nach zwei tagen trinidad sind wir heute ins zentrum cubas nach camagüey weiter gefahren  -
doch der reihe nach:

in trinidad, dem authentischen kolonialstädtchen eingeklemmt zwischen dem fuß der sierra escambray und der karibischen küste, mit seinen niedrigen häusern und kopfsteinpflasterstraßen wie in der zeit stehen geblieben, wohnten wir nah beieinander in verschiedenen privathäusern bei einheimischen "gasteltern", so dass wir einen anderen einblick in den cubanischen alltag erhielten, als dies nur vom hotelzimmer aus möglich ist.  trinidad hat mehrere jahrhunderte dornröschenschlaf hinter sich, da es von der beherrschenden zuckerbaron-oberschicht vor zeiten aufgegeben wurde und dann  - abseits der modernen vekehrswege - kaum noch investitionen erfuhr.  erst in den letzten jahren als "schönste und authentischste stadt der karibik" auf dem touristischen plan quasi wiederentdeckt, scheint es die verpasste entwicklung gerade etwas nachzuholen: überall machen paladares (private lokale) auf, und fast jedes haus vermietet privatzimmer (casas particulares) an die staunenden durchreisende gäste. abends ist "bei den treppen" (der kathedrale) immer was los, und so hatten wir eine menge zu entdecken und zu stöbern. ein nachmittag am karibischen strand und eine wunderschöne wanderung in der üppigen natur der nahen sierra rundeten das programm ab.

heute verließen wir trinidad und fuhren durch das tal der zuckermühlen (mit besichtigung eines alten sklaventurms) und einem stopp im blitzsauberen städtchen sancti spiritus durch zentralcuba weiter bis nach camagüey, einer stadt mit einem verwirrenden labyrinth als stadtplan, um frühere piratenüberfälle zu kontern und ortsfremde eindringlinge in die irre zu führen.  mit fahrradrikschas kreuzten wir durch die verwinkelten gassen und bewunderten auch hier den aufgeräumten und geradezu wohlhabenden eindruck, den die stadt mit ihren sauberen plazas auf uns hinterließ. 

wir wohnen zentral im granhotel, in dessen pool abends ein wasserballet aufgeführt wurde -  inzwischen sind alle gäste auf dem zimmer, und ich arbeite aufgelaufene post ab, denn hier gibt es inzwischen internet-wifi-verbindung.

morgen geht es weiter über bayamo in den osten der insel und in die sierra maestra, wo wir übermorgen eine wanderung zum bergversteck der revolutionäre um fidel und ché guevara unternehmen wollen.  dazu dann später wieder mehr  -
bis dahin ganz liebe grüße und gute nacht aus camagüey, zentralcuba,
thomas :) 
 

Montag 11.April 2016:     Sierra Maestra:      Rebellenhauptquartier
                               Santiago de Cuba:  Musikhauptstadt der Welt
liebe leute,

nun haben wir den östlichsten punkt unserer reise erreicht und sind in santiago de cuba eingetroffen. 

vorgestern unternahmen wir das vorgesehene trekking in der sierra maestra unterhalb des höchsten gipfels von cuba (dem knapp zweitausend meter hohen pico turquino) zum alten hauptquartier der rebellen um fidel und ché guevara, von dem aus sie in den 50'er jahren des vorigen jahrhunderts die revolution gegen den faschistischen diktator batista letztlich erfolgreich bis havanna trugen.  unser trekking im dichten dschungel mutierte zum drekking, als der regenwald seinem namen unversehens alle ehre machte und es plötzlich begann wie aus kübeln zu gießen.  glücklicherweise waren wir zum zeitpunkt des wolkenbruchs gerade im rebellencamp, so dass wir uns in der revolutionsküche unterstellen und den sturzregen dort abwarten konnten.  bald schon lachte die sonne wieder durch die noch tropfenden zweige, und wir konnten den rückweg antreten -  über einen nunmehr schlammig aufgeweichten pfad, der uns einige konzentration abforderte. letztlich erreichten wir aber alle ungestürzt und unverletzt, nur mit dick eingeschlämmten beinen den ausgangspunkt unserer wanderung, einen mit jeeps erreichbaren gebirgspass, wo wir dann mit eben diesen jeeps zu unserem hotel mit blick auf die berge zurück fuhren und dort zunächst eine rituelle waschung unter der dusche sowie dann pool und bar bis nachts genossen.

gestern weiterfahrt entlang der sierra maestra zum wallfahrtsort el cobre, wo die schutzheilige cubas als jungfrau der barmherzigkeit von cobre sowie zugleich als ochún, eine alte afrikanische muttergöttin, verehrt wird.  dieser synkretismus der vermischung katholischer und afrikanischer heiliger hat den afrikanischstämmigen zwangs-christianisierten sklaven damals den übergang erleichtert, und heute noch (aktuell sogar verstärkt) zählen sich viele cubaner dieser "santería" (ähnlich dem haitianischen voodoo) zugehörig.

bald erreichten wir santiago de cuba, die zweitgrößte stadt cubas weit im wilden osten der insel und der ort, wo musikrichtungen wie son und salsa ihren anfang nahmen. auch heute vibriert die stadt von den unzähligen musikgruppen, die allabendlich in bars und musikkaschemmen der stadt auftreten.

überraschend wurde uns hier das schon vor jahresfrist bestellte und bestätigte hotel an der hauptplaza als überbucht gemeldet, so dass wir flexibel in einigen zentral gelegenen casas particulares einquartiert wurden.  von hier aus unternehmen wir nun unsere erkundungen der stadt, ihrer malerischen gassen sowie anschließend auch ihrer bunten bars und kaffeestuben.  heute abend werden wir zunächst in einem privaten paladar frische langusten essen und später die musikgrößen der stadt in der casa de tradiciones im stadtteil tivoli in aktion erleben.

auch morgen werden wir diese stadt noch unsicher machen  - dann eher in ihren abgelegeneren teilen mithilfe unseres gruppenbusses, der uns zur moncada-kaserne bringt (wo damals mit einem arg missglückten angriff die revolution begann) und zur festung el morro, die während der spanischen kolonialzeit den eingang der flaschenhalsbucht bewachte.

übermorgen früh wird uns ein flieger zurück nach havanna bringen, wo wir dann das zweiwöchige kernprogramm zum abschluss bringen und mit den verlängerern gen westen starten wollen.  doch dazu dann später wieder mehr - 
bis dahin ganz liebe grüße aus dem sonnigen und swingenden santiago de cuba,
thomas :)
 

Donnerstag 14.April 2016:     Rückkehr nach Havanna und Abreise der Kerngruppe

liebe leute,

soeben sind die kerngruppler richtung heimat abgereist:  wir wünschen euch einen ruhigen und guten heimflug - 
und vor allem auch pünktliche anschlüsse..!!   :))  

denn gestern holte uns das ein, wovon wir bislang glücklicherweise weitgehend verschont geblieben waren:
unser weithin perfekter plan wurde recht brutal den realitäten angepasst -  nicht unbedingt zu seinem vorteil.

unser frühflug von santiago nach havanna - für den wir gegen 5 uhr früh aufgestanden und weitgehend ohne frühstück gestartet waren, dessen planmäßige durchführung uns aber noch einen schönen tag und abschiedsabend in havanna ermöglicht hätte - wollte partout nicht starten: nach mehreren stunden wartezeit wurde er schlicht gecancelt, und wir wurden von der fluggesellschaft vorübergehend in einem hotel mit großem pool und schöner sicht auf die karibik einquartiert.  nach einem arg mitropamäßigen mittagessen und einiger ruhezeit am pool wurden wir dann für den abendflug wieder zum flughafen gebracht, wo uns dann statt des etwas in die jahre gekommenen kleinen airbus eine moderne große tupolew abholte, da nun ja zwei passagiergruppen befördert werden mussten (die gestrandeten vom morgen, und die regulären vom abend).

nach einstündigem flug, aber 15-stündiger verspätung (was meinen 12-stunden-trip aus der domrep vor zwei wochen glatt toppte) erreichten wir spät unser hotel in havanna und suchten noch vor dem einchecken was zum essen, denn das tat nach dem langen wartetag mit zwei weitgehend verunglückten mahlzeiten langsam not. rein kulinarisch wurden wir nun entschädigt, denn das späte essen auf einer dachterrasse der spanischen gesellschaft nahe unseres hotels erwies sich als glücksfall. erschöpft fielen wir gegen mitternacht ins bett..

heute konnten wir einen guten teil des verlorenen programms immerhin noch vor abreise der kerngruppler nachholen:  mit dem oben offenen hopp-on-hopp-off-bus besuchten wir die bislang noch nicht erkundeten moderneren stadtteile havannas, bevor wir uns vor dem hotel gebührend tränenreich verabschiedeten und den heimreisenden hinterher winkten, während die verlängerer den programmfreien nachmittag nach eigenem gusto mit havanna-altstadtbummeln, einem guten kaffee o.ä. gestalten konnten. 

gleich treffen wir uns fürs abendessen in der die hauptstadt überblickenden burg, und werden morgen früh nach westen aufbrechen, wo wir im wunderschönen tal von vinales 5 ruhige tage verbringen und dabei den geheimnissen der berühmten havanna-zigarren sowie (beim schnorcheln) der unterwasserwelt an den der küste vorgelagerten korallenriffatoll-inselchen auf den grund gehen können. 

dazu sicher später noch einmal genaueres - 
bis dahin ganz liebe grüße grad wieder aus havanna von einer wirklich gut zusammengewachsenen truppe,
thomas :)


Montag 18.April 2016:     Westen:  Urlaubsidyll in Vinales und auf den Cayos.. :)

liebe leute,                                                                                                     nach oben

endlich urlaub - 
nach den erlebnisreichen aktivurlaubswochen steht in der letzten woche nun die erholung an erster stelle, und man kann sich diese erholung  - typisch für den freundeskreis - in teilen auch individuell gestalten und an die eigenen bedürfnisse anpassen: 

im wunderschönen vinales-tal im grünen westen cubas, zwischen den malerischen karstkegeln der sogn. "mogotes"  - erdgeschichtlich eine jura-formation -  leben die cubaner in ihren blitzsauberen häuschen und bewirtschaften ihre tabakfelder noch mit pferdewagen und ochsenpflug. hier haben wir uns bei einigen mir gut bekannten einheimischen eingemietet:  in ihren hübschen "casas particulares" (privathäuser) haben sie gästezimmer eingerichtet (mit eigenem bad) und vermieten sie an urlaubende touristen, egal ob ausländer wie wir oder cubaner aus anderen landesteilen.  täglich unternehmen wir ausflüge in die umgebung, wanderungen oder badetage, ganz wie es beliebt.. :)

ein befreundeter tabakbauer erklärte uns den prozess der zigarrenwerdung von der aussaat bis zur fertigen cohiba oder montes cristi -  90% seiner tabakproduktion werden vom staat zu garantierten preisen aufgekauft, die restlichen 10% kann er selber nach gusto verwenden:  privat verkaufen oder selber rauchen, ganz wie es ihm gefällt.
die zahlreichen höhlen in den karstkegeln der mogotes wurden früher zunächst von sicherheit suchenden indianern, später von entflohenen sklaven als zufluchstort genutzt -  die ganze gegend war damals noch von undurchdringlichen urwäldern geschützt. mit einem kleinen boot befuhren wir bereits einen unterirdischen fluss und kletterten durch den ehemals geheimen zugang eines palenque, einer wehrburg der geflohenen sklaven in diesen wäldern.  am heutigen freien tag wanderten einige von uns durch das idyllische tal und bestiegen die mogotes zu aussichtspunkten, einige badeten sogar in einem unterirdischen see; zudem besuchen wir zwei der küste vorgelagerten korallenriffatollinselchen (cayos) und legen dort entspannte badetage an den weiß blendenden stränden und türkis leuchtenden buchten ein, wo wir im schatten von kokospalmen bzw. palmblattschirmchen sonne und ruhe tanken. abends können wir beim mojito-absacker im zentralen artex am kirchplatz den erstklassigen cubanischen musikgruppen lauschen und gern auch mit den schier unermüdlichen einheimischen das tanzbein schwingen..

erst am mittwoch nachmittag (also gefühlt irgendwann nächstes jahr) werden wir uns havanna wieder nähern, um am abend den flieger nach europa zu erreichen. aber das ist noch lange hin, und bis dahin können wir hier cuba von seiner allerbesten seite einfach mitleben. hoffentlich können sich die cubaner diese gelassenheit und lebensfreude noch lange erhalten  -  es sind sicher wir, die sich davon eine gute scheibe abschneiden dürfen, um zu einer vielleicht schlichteren, aber lebenswerteren welt beizutragen.. 

leider steht in den sternen, wann ich diesen beitrag ins forum stellen kann  - internet mau..
bis dahin jedoch ganz liebe grüße aus der sonne unter tropenblauem himmel von einer zusehends entspannteren ("cubanischeren"?) gruppe,
thomas :)
 

Mittwoch 20.April 2016:      Heimreise der ersten Gruppe

liebe leute,

nun sind - sofern alles planmäßig gelaufen ist -  auch die verlängerer der ersten cuba-gruppe in der luft:
einen ruhigen heimflug wünsche ich euch !! :))

heute hatten wir noch einen ereignisreichen letzten tag:
nach der entspannten woche in der schönen umgebung von vinales - mit lockeren wanderungen durch kultur- und naturlandschaften des grünen tals und erholsamen tagen im schier unglaublich farbintensiven licht der cayos -  verließen wir heute am späten vormittag unsere hübschen privatquartiere und erreichten nach kurvenreicher fahrt die etwas verschlafen wirkende provinzhauptstadt pinar del río, die erst nach der revolution ans cubanische straßennetz angeschlossen wurde und von daher noch heute als etwas (sympathisch-)rückständig gilt.  dort besichtigten wir eine tabakfabrik  - eher eine manufaktur, wo die an pults sitzenden arbeiter die mannigfach verschiedenen berühmten havanna-zigarren drehen: monte cristi, roméo y juliett, und natürlich cohiba in allen stärken und längen.  erstere erhielten ihre namen von den romanvorlagen "der graf von monte christo" und "romeo und julia"  - das waren die geschichten, die den arbeitern am besten gefallen hatten beim vorlesen, was sie reihum machen, um die zwar qualifizierte, letztlich aber doch eintönige arbeit anregender zu gestalten. 

dies zum beispiel nehmend, wurde die autobahnfahrt zurück nach havanna mit einer geschichte über die revolutionszeit verkürzt.  dortselbst konnten wir noch ein abschiedsessen in einem sehr netten und luftigen "freilicht"-lokal einnehmen, bevor wir uns am flughafen voneinander aufs herzlichste verabschiedeten:  eine aufschluss- und erlebnisreiche reise war zu ihrem guten ende gekommen und entließ unsere gruppe mit einer fülle neuer erkenntnisse und eindrücke in die checkin-schlange, während unser junger cubanischer guide yusell und ich vom gruppenbus noch in die stadt gebracht wurden, wo wir uns an einer taxi-halte verabschiedeten und in verschiedene richtungen auseinanderstrebten - 
schon in wenigen tagen werden wir uns wieder treffen, um die zweite gruppe ab sonntag hoffentlich genauso erfolgreich durch cuba zu begleiten..  :) 

spätestens ab dann wird es hier also weiter gehen mit den abenteuern der neuen gruppe  -
derweil wünsche ich den heimfliegern eine gute rückkehr und eingewöhnung in der uns gewohnten welt, die sich von der prinzipiell schlichteren, im augenblick aber in aufbruchstimmung befindlichen cubanischen lebensweise so grundlegend (und spannend) unterscheidet. ich hoffe, ihr könnt von den vielfältigen erlebnissen und der angenehmen gelassenheit der hiesigen kultur noch lange zehren - 
auf dass wir uns bei anderen abenteuern in dieser unendlich spannenden welt bald einmal wiedersehen !!
bis dahin ganz liebe grüße aus einem so anderen land - 
euer mann in havanna,
thomas :) 
 

Donnerstag 21.April 2016:     Rückmeldung
Hi Thomas, sind alle nach einem ruhigen Flug gut und sogar zu früh in Frankfurt gelandet. Die anderen haben inzwischen bestimmt ihre Züge gefunden. Ich genieße den Comfort des Frankfurter Flughafens und esse einen Thai-Salat.
Melde mich natürlich nochmal ausführlicher.
Liebe Grüße Nele
 

Sonntag  24.April 2016:      Havanna:  zweite Gruppe im Anflug :)

liebe leute,

die erste cuba-gruppe ist gesund und munter heimgekommen und hat nun erst mal eine menge erlebnisse zu verdauen;
die zweite gruppe ist nun bereits auf dem weg und wird heute abend hier in havanna aufschlagen.

derweil bin ich aus meinem privatquartier der letzten tage gerade mit einem bicy-taxi (dreirädriges fahrrad-taxi) wieder ins hotel am central park (parque central) umgezogen und überlege schon, wie ich den "neuen" den hiesigen 50'er-jahre-dreisterne-standart unfallfrei nahebringen kann.  immerhin sind sie aufgrund der vorgruppen-erfahrungen noch einmal speziell über die realitäten in kenntnis gesetzt worden  - eine zeitreise bringt gewisse umstellungen und erwartungshaltungsanpassungen mit sich.. :))

im gästebuch gibt es nun einen (aus meiner sicht) aufschlussreichen längeren bericht über unsere erste reise (gerade fällt mir dazu ein, dass ich diesen interessanten bericht auch hier im forum einstellen könnte -  wird sofort versucht, falls die internetzeit reicht), der die hier zu verkraftenden konfusionen - wie ich finde -  gut rüberbringt -  denn eine reise in ein derart anderes land können wir auf diesem planeten schwerlich sonst noch machen:
eine zeitreise in die 50'er jahre, weil es seit fast 60 jahren von westlicher technik weitgehend abgeschnitten (blockiert) ist;  zugleich ein land, welches den sozialismus nach dem zusammenbruch des ostblocks nicht aufgegeben, sondern auf sehr eigene weise weiterentwickelt hat;  letzlich aber eben auch ein entwicklungsland, welches eine ganz und gar eigene entwicklung durchgemacht hat und von daher auch nur schwer mit anderen entwicklungsländern 1:1 verglichen werden kann -  das ist eine manchmal schwer zu begreifende melange, für die es eine ganze menge einfühlungsvermögen und empathie braucht, um das wirklich zu verstehen, was auch kaum in drei wochen wirklich zu schaffen ist.

wie auch immer:  es ist eine spannende und enorm lehrreiche aktivreise, erst im letzten teil wirklich erholsam, zuvor eher fordernd und manchmal anstrengend, aber das kennt ihr ja von meinen reisen, die immer auch was rüberbringen sollen. land und leute kennen lernen eben  - schlafen können wir zu hause billiger..  :) 

wann immer es möglich ist  - eingeschränkt durch die zwar stetig besseren, aber immer noch etwas sporadischen und langsamen internetvebindungen - werden wir hier wieder unsere reiseberichte einstellen -  so können verwandte und freunde uns wieder virtuell begleiten. 

ich freue mich auf die neue runde  -
und wünsche den heutigen ankömmlingen eine ähnlich aufrührende erfahrung und nette gruppe wie den gerade heimgekehrten:
kommt gut herein -  ihr werdet erwartet !! 

ganz liebe grüße derweil aus havanna,
thomas :) 


Montag 25.April 2016:     Havanna: zweite Gruppe verlustfrei eingetroffen :)

liebe leute,                                                                                                       nach oben

es ist spät, auch in cuba, deshalb nur ganz kurz: 
die neue gruppe ist komplett und mit allem gepäck pünktlich eingetroffen. 

einige, die nach der langen anreise noch nicht zu müde waren, trafen sich noch zu einem späten mojito in der hotelbar  -
das eigentliche kennenlernen wird aber morgen vor unserem stadtrundgang stattfinden.

ich falle jetzt auch mal um  -
gute nacht und lg übern teich,
thomas :)
 

Dienstag 26.April 2016:     Havanna: Ersten Tag erlebnisreich rum gekriegt

liebe leute,

..und wieder haben wir den ersten havanna-tag gut rum gekriegt - 
und zwar den siebenjährigen, weil jemand feststellte, dass ich gerade 25-jähriges "betriebsjubiläum" als leisereiter habe:
da war der gute havanna club anejo 7 jahre gerade das richtige zum zünftigen gemeinsamen anstoßen. 
denn ob ich die nächsten 25 jahre noch vor der rente durchkriege, hängt ja an sturzbereiten erzengeln wie gabriel und co: 
rente ab 85 wäre doch mal ein echt sozialdemokratisches thema,
und warum nicht eine insider-rollator-tour durch die caldera von la palma ? 
der freundeskreis arbeitet daran..!!

25 jahre vor diesen aussichten (heute alle noch sooo jung !! ;)  trafen wir uns heute morgen nach dem frühstück auf der dachterrasse des hotels und stellten uns erst mal gegenseitig vor, damit man sich endlich vernünftig duzen kann.  ein dach-rundgang schloss sich an, unter besonderer beachtung verschiedener dortiger unebenheiten, um etwaigen anhaltenden knieproblemen vorzubeugen: man hat dort einfach eine tolle sicht über havannas teils grandios marode dächer. 

später wanderten wir durch die gassen alt-havannas und konnten uns gleichermaßen über malerische balkon-abstürze wie kunstvoll restaurierte kolonialbauten begeistern. rechtzeitig vor unterzuckerungsalarm kehrten wir in eine guarapo-bar ein, wo es frisch gepressten zuckerrohrsaft, wahlweise mit rum-schuss, gab.
nachdem der erste flipflop den anforderungen des kolonialen straßenplasters erlegen war, durften wir erleben, dass es gleich um die ecke schnieke neubesohlungen gab  - sozialistische mangelwirtschaft eben.  in der geradezu szenemäßigen club-bar einer kaffee-rösterei genehmigten wir uns den wohl besten cappuchino der stadt und schlenderten schließlich bis zum malecón, der arg breit (für autos, 40'er jahre) angelegten uferpromenade havannas, und über den rambla-mäßigen prado zurück zum hotel.  ein eindrucksvoll runder rundgang hatte sich geschlossen.. 

abends spazierten wir  - diesmal mental gut vorbereitet und von daher ohne kulturschock -  durch die "bronx" von centro habana zu unserem abendessen-gartenlokal, wo wir neben einem leckeren cubanischen tellergericht auch den beschriebenen rum verkosten und gemeinsam auf eine sicher aufschlussreiche gemeinsame kommende zeit anstoßen durften -  diese gruppe bleibt die gesamten drei wochen komplett dabei. ein guter anfang ist nun also schon gemacht  - die wohl wichtigste voraussetzung für ein erfolgreiches gelingen des gemeinsamen projekts. 

der freundeskreis ist abermals in cuba unterwegs - 
und wer möchte, kann es auf diesen seiten in den kommenden wochen miterleben. 
wir freuen uns über virtuelle begleitung: 
morgen starten wir richtung zentrum der insel nach santa clara und in die sierra escambray zu unserem hotel am see,
für heute aber wünschen wir nach einem erfüllten tag eine gute nacht unter tropischem himmel - 
ganz herzliche grüße vorerst noch aus havanna,
thomas :)
 

Freitag  29.April 2016:      Sierra Escambray und Trinidad

liebe leute,

nun haben wir schon die ersten tage anpassung an "andere umstände" hinter uns:

nach unserer abreise aus havanna erreichten wir dienstag nach längerer anfahrt durch die grüne cubanische (und hier recht ebene), von königspalmenwäldchen und zuckerrohrplantagen geprägte landschaft und einem die reisezeit nutzenden exkurs über hintergründe und ablauf der cubanischen revolution (ohne die cuba nicht zu verstehen ist) schließlich santa clara, ein ruhiges provinzhauptstädtchen im westlichen zentrum der insel.  hier hatte die entscheidende schlacht der revolution stattgefunden:  ché guevara übernahm nach kurzem gefecht einen schwer gepanzerten munitionszug, den diktator batista eigentlich den eigenen truppen zukommen lassen wollte -  in der anschließenden silvesternacht nutzte batista die neujahrsfeierlichkeiten, um sich aus dem staub zu machen (unter mitnahme der staatskasse, versteht sich).

hier besuchten wir das recht gelungene ché-memorial, wo der ché (der eigentlich ernesto hieß -  "ché" ist ein an seine argentinische abstammung erinnernder kampfname) zusammen mit seinen in bolivien ums leben gekommenen kampfgenossen in einer gruft begraben liegt. auch den heute noch am originalschauplatz liegenden panzerzug besichtigten wir, und ließen uns mittags eine etwas fettige cuba-pizza auf die hand (zu 20 cent) sowie ein äußerst leckeres cuba-eis (zum 10-fachen preis immer noch preiswert) als nachtisch schmecken.

abends erreichten wir unser frisch renoviertes und einsam gelegenes hotel am hanabanilla-see im escambray-gebirge und gingen noch wahlweise im see oder pool baden. nach dem buffet-abendessen nahmen wir beim heiteren beisammensein noch einen schluck unserer all-inclusive-medizin gegen etwaige darmflora-anpassungsphase (gelber rum) auf der terrasse. 

mittwoch wanderten wir in der nördlichen sierra escambray an den idyllischen wasserfällen von el nicho und badeten auch in geradezu feenhaft wirkenden teichen, die von den stufen der fälle in sattgrüner natur gebildet werden. beim medizinposten eines kleinen kaffeebauerndorfes gaben wir eine mittelgroße spende an medizinischen utensilien ab und ließen uns vom diensthabenden jungen arzt das cubanische familienarzt-system erklären, welches dafür sorgt, dass auch in den abgelegendsten gebieten kein mensch mehr als eine stunde (meist weniger als 10 minuten) vom nächsten arzt entfernt lebt, der zudem jederzeit kostenfrei konsultiert werden kann. 

abends erreichten wir trinidad, häufig als schönste stadt der karibik beschrieben: erst mit aufkommen des tourismus erwachte diese stadt aus einem etwa 200-jährigen dornröschenschlaf, in den sie nach abzug der alten zuckerbarone im beginnenden 19.jahrhundert gefallen war und damit aufgrund ihrer isolierten lage - eingeklemmt zwischen sierra und meer -  von der entwicklung des übrigen landes weitgehend abgeschnitten wurde.  hier bezogen wir   - über mehrere häuser verteilt -  hübsch hergerichtete privatquartiere bei cubaners zuhaus: diese vermieten gern einige ihrer besten zimmer  - renoviert mit jeweils eigenem bad -  an urlaubende touristen, die  - sofern sie verstehen, dass cubaner auch nach der revolution nicht in schlössern, sondern kleinen bis mittelgroßen häusern leben - hier eine interessante und dabei preiswerte möglichkeit haben, die perspektive zu wechseln und nicht mehr aus abgeschirmten hotels heraus die einheimischen zu beobachten, sondern mitten unter ihnen leben können.  abends rundgang und musik "an den treppen"..

donnerstag erkundeten wir die stadt mit ihren kopfsteingepflasterten gassen und niedrigen kolonialen häuschen, deren große fenster mit hölzernen oder schmiedeeisernen gittern verbarrikadiert sind, damit man zwar rausschauen, aber nicht rausgehen kann. so haben - wie böse zungen behaupten -  die eifersüchtigen herren ihre frauen im haus einsperren und zugleich etwaige konkurrenten an hab und gut aussperren wollen. 

nachmittags folgte mit einem strandaufenthalt der erste unmittelbare kontakt zum karibischen meer, während sich der kontakt zum internet als schwierig erwies -  was einen zeitnahen tagesbericht fürs erste vereitelte.  leckeres abendessen bei unseren vermietern und später "echte negermusik" bei santería-götter-tanz..

heute freitag ging es abermals hinauf in die sierra escambray, diesmal von süden:  mit alten russischen 6-rädrigen geländegängigen lastwagen fuhren wir den einstieg in unsere wanderung entlang eines flüsschens durch die idyllische natur der sierra an  - wasserfall und baden im naturpool eingeschlossen. später abendessen unter dem wohl größten baum cubas: einem unglaublich mächtigen, ca. 500 jahre alten kapok-baum.

morgen und die nächsten tage werden wir weiter ostwärts reisen, um im höchsten gebirge cubas  - der sierra maestra -  zur revolutionsfestung fidels zu wandern uns schließlich santiago de cuba zu erreichen. davon dann später mehr - 
bis dahin ganz liebe grüße von einer glücklichen truppe noch aus trinidad,

thomas :) 

p.s.: 
mangels funktionierender internetverbindung konnte ich diesen bericht heute nicht ins netz stellen  - mal sehen wann das wieder klappt..
 

Montag 2.Mai 2016:      Sierra Maestra:
                           Santo Domingo und Comandancia im Bergurwald

liebe leute,

gerade habe ich internetkontakt (mitten im wald !! -  im dorf santo domingo),
und kann deshalb den längst überfälligen reisebericht aus trinidad (siehe weiter unten) sowie den aktuellen von heute einstellen.. :)

samstag früh ließen wir trinidad hinter uns und reisten weiter gen osten, wobei wir unterwegs einen alten sklavenwachturm bestiegen (das seinerzeit höchste bauwerk der insel) mit fantastischem blick über das zuckermühlental, und kurz darauf das hübsche städtchen sancti spiritus besuchten. abends erreichten wir camagüey im bereits etwas östlichen zentralteil cubas und unternahmen den stadtrundgang diesmal mithilfe von fahrradrikschas, um uns im absichtlich verwirrend angelegten straßenlabyrinth der altstadt (piraten-abwehrmaßnahme) nicht zu verlaufen.

gestern sonntag war alles heraus zum 1.mai:  große kundgebungen landesweit am morgen, wo lautstark die errungenschaften des sozialismus gelobt und die allgegenwärtigen gefahren für die welt und deren verursacher klar benannt wurden.  aber auch im weiteren verlauf blieben die menschen auf den plätzen versammelt und gestalteten den tag weitgehend gemütlich mit essensständen und viel palaver, während die kids dazwischen oft mit rollerskates glücklich herumkurvten..

für uns aber ging es weiter richtung osten:  in bayamo - der stadt, von der sämtliche revolutionen gegen die spanier ausgingen - pausierten wir zu mittag und erreichten schließlich die weit im osten cubas gelegene sierra maestra, das schroffste gebirge mit dem höchsten berg cubas (pico turquino, fast 2.000 meter). hier bezogen wir im klimatisch günstig gelegenen kleinen kaffeebauerndorf santo domingo unser bungalow-hotel am yara-fluss und lauschten abends den klängen einer alteingesessenen erstklassigen son-(musik)-gruppe. 

heute montag wanderten wir in den dichten dschungeln der sierra meastra zur ehemaligen comandancia von fidel castro und seinem rebellenheer:  von hier aus wurde die revolution letztlich erfolgreich gegen den mörderischen diktator batista ins land getragen (und später durch den ché-sieg bei santa clara - stichwort panzerzug -  entschieden). die hütten im urwald werden gepflegt und vermitteln einen guten eindruck der damaligen lebensumstände, wo gelegentlich eine konserve kondensmilch als abendessen für 6 rebellen reichen musste, auch wenn die bauern der umgebung die revolution tatkräftig unterstützten.

heute abend werden wir ein grillschweinchen haben  - es rotiert schon seit stunden über glühenden holzkohlen.  morgen geht es dann noch etwas weiter östlich nach santiago, wo wir drei tage den geburtsort von son und salsa durchstreifen werden. dann nach möglichkeit wieder mehr  -
bis dahin ganz liebe grüße von einer gut zusammengewachsenen gruppe, die hier viel spaß hat,
thomas :) 
 

Donnerstag 5.Mai 2016:      Santiago de Cuba

liebe leute,

zurzeit verleben wir ein paar spannende tage im quirligen santiago de cuba - 
aber der reihe nach:

das grillschweinchen im kaffeebauerndorf santo domingo in der sierra maestra war wirklich klasse und schmeckte zusammen mit dem unvermeidlichen reis mit bohnen und gebratenem maniok - eingenommen in einem palmblattgedeckten, rundum offenen rancho - ganz ausgezeichnet. zuvor hatten wir bei einer kaffeebauernfamilie einen extra für uns frisch gerösteten und ganz traditionell im großen holzmörser zerstampften kaffee gekocht bekommen -  ebenfalls sehr lecker.. :)

dienstag früh verließen wir die sierra und reisten über el cobre - wo in einer wallfahrtskirche die cubanische schutzheilige virgen de la caridad auch als afrikanischstämmige santería-gottheit ochún verehrt wird - weiter nach santiago de cuba, die heimliche hauptstadt des oriente (ostens) und unheimliche cubanische musikhauptstadt.  hier bezogen wir das bestellte (und diesmal auch erhaltene) casagranda-hotel an der hauptplaza und durchstöberten erst mal gemeinsam die nähere umgebung einschließlich gutem abendessen in einem sehr cubanischen lokal. 

mittwoch vormittag stadtrundgang durch das sehr typische, aber auch sehr einfache viertel tivoli, in welchem das herz der salsa (musikrichtung und tanzstil) schlägt und das evtl. deshalb namensvorlage für verschiedene vergnügungsparks und -lokalitäten weltweit ist. im rum-museum testeten wir den hier produzierten santiago-zuckerrohrschnaps und neutralisierten ihn mit einem dicken schwarzen kaffee im café isabelita, quasi der generellen cubanischen kaffeehausvorlage. der nachmittag blieb programmfrei, um ein eigenes stöbern in den malerischen gassen zu ermöglichen, in denen immer und überall etwas los ist, was man letztlich nur individuell und ganz persönlich erleben kann.  abends besuchten wir - nun wieder gemeinsam - einen paladar (privates restaurant), in welchem wir die wohl besten langusten ever kredenzt bekamen, für einen in europa eher unvorstellbaren spottpreis von ca. 11,- euro (zu diesem preis allerdings letztmalig:  mir wurde signalisiert, dass die preise wegen der jetzt vermehrt auftretenden amerikanischen touristen steigen werden).  danach ging es wieder ins tivoli-viertel in die berühmte, dabei aber versteckte und überraschend kleine casa de tradiciones, wo die besten musikgruppen cubas auftreten -  häufig lange bevor sie wirklich "entdeckt" werden.  reichlich stimmung, mojito und tanz bis nach mitternacht.. 

heute donnerstag erwachten wir beim wohl ersten regen der saison, der glücklicherweise bei unserem aufbruch endete. mit dem bus besuchten wir zunächst die (ehemalige) moncada-kaserne, deren arg missglückter überfall durch fidel und seine jungen revolutionäre 1953 heute gleichwohl als startfanal der cubanischen revolution gewertet wird. nach dem sieg der revolution wurden alle kasernen der batista-diktatur in schulen umgewidmet, so dass hier heute eine schule (und ein kleines einschlägiges museum) beheimatet sind.
dann ging es zur alten spanischen festung el morro, die den eingang der flaschenhalsbucht von santiago bewachte und lange als gefängnis diente.  später besuchten wir noch eine fischerinsel in der bucht, wo wir ein leckeres mittagessen bekamen, bevor es zurück zum hotel ging.  nachmittag abermals frei: man kann gar nicht genug zeit haben für die erkundungen auf eigene faust in dieser spannenden stadt.. 
(nachtrag: abends regen -  kaltfront..)

morgen freitag werden wir (hoffentlich) zurück nach havanna fliegen  - bei der letzten gruppe gelang das erst mit 15-stündiger verspätung.  von dort aus schließt sich dann noch unsere verlängerungswoche im westen der insel an, an der diesmal die gesamte gruppe teilnimmt. ich werde versuchen, morgen abend zu berichten, ob, wie und wann wir havanna erreicht haben - 
bis dahin ganz liebe grüße von einer jederzeit bestens gelaunten truppe rund um den globus,
thomas :)
 

Sonntag  7.Mai 2016:     Rückflug Santiago - Havanna

liebe leute,

wie versprochen eine meldung über unsere ankunft in havanna:

es ging uns nicht wirklich besser als letztes mal  -
diesmal brauchten wir zwar "nur" 9 stunden mehr als geplant, die wir dafür jedoch komplett im wartesaal des flughafens absitzen durften: 
nachdem wir morgens pünktlich um 6:00 am hotel für unseren planmäßigen abflug um 8:30 aufgebrochen waren, landete der aus havanna kommende flieger erst um 10:30 (!) in santiago -  hoffnung keimte auf.  “schon” gegen mittag wurde uns mitgeteilt, dass bei der landung leider die bremsen kaputt gegangen seien, und wir nun auf ein ersatzteil aus havanna warten müssten, welches gegen 14:00 uhr mit dem flieger havanna - dominikanische republik auf seiner zwischenlandung santiago erreichte. dann reparatur, gegen 17:00 boarding, 18:00 abflug, 19:00 ankunft havanna  - 20:00 gepäckausgabe !!
inzwischen 23:00 sind alle auf den zimmern - 
zum abendessen hatte niemand mehr lust, nachdem wir den ganzen tag mit belegten weißbroten und cola abgefüllt worden waren (vermutlich wg. verstopfung?)
rein wettermäßig haben wir allerdings nix verpasst:  die regnerische kaltfront hielt sich noch bis zum späten nachmittag,
inzwischen ist sie wohl abgezogen.. 

dickes lob:  niemand aus der gruppe hat seinen unmut rausgelassen  -
man ist ja auch lieber im gut reparierten flieger unterwegs.. 

unser für heute geplantes tagesprogramm werden wir morgen vormittag nachholen (rundfahrt im oben-ohne-cabrio-doppeldeckerbus),
nachmittags freizeit (keine abreisenden nach dem kernprogramm),
übermorgen abfahrt in den westen zum verlängerungsprogramm. 

bis dahin ganz liebe grüße von einer recht reiseerfahrenen gruppe,
thomas :)
                                                                                                                      
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Donnerstag 12.Mai 2016:     Vinales: Tabakfelder und Traumstrände

liebe leute,

inzwischen haben wir den westen cubas erreicht und verbringen nach den ereignisreichen letzten wochen noch ein paar ruhige erholungstage im wunderschönen tal von vinales, provinz pinar del río.

auf der fahrt von havanna nach westen pausierten wir in der sierra del rosario, wo die ehemals bitterarmen und verstreut in ärmlichen hütten lebenden kaffeebauern nach der revolution in einem musterdorf zusammengefasst wurden, wo sie nun gemeinsam leben und arbeiten und alle grundlegende infrastruktur wir dorfladen, schule, medizinische betreuung ("familienarzt"), café, kino, kulturhaus etc. haben. im angenehmen klima der grünen berge hat man dann auch die ersten tourismuseinrichtungen installiert, so dass die bewohner heute auch alternative verdienstmöglichkeiten haben.

so konnten wir uns hier  - in einem trapezgeschirr an kleinen rollen hängend - todesmutig an durch die baumwipfel gespannten drahtseilen entlanggleiten lassen, von einer baumwipfel-plattform zur nächsten und sogar über einen see hinweg. bei diesen rasanten flügen wurden sogar unsere ältesten teilnehmer wieder jung.. ;))

in vinales - einem hübschen ruhigen ort mitten in den tabakfeldern zwischen merkwürdig geformten, mogotes genannten kalksteinfelsen - eingetroffen, haben wir uns diesmal wieder in den aufgeräumten zimmerchen privater häuser bei cubaners zuhaus eingerichtet, nahe der zentralen kirch-plaza, wo wir unsere exkursionen starten bzw. unsere freizeit genießen.  so sind wir bereits durch die tabakfelder gewandert und haben uns von einem tabakbauern den tabakanbau erklären lassen -  wobei man u.a. lernt, dass die verschiedenen zigarrenmarken wie cohiba, montecristi oder romeo y juliet nicht auf verschiedenen feldern, sondern sogar an derselben pflanze wachsen:  die geschmacksunterschiede kommen ausschließlich durch die unterschiedliche mischung der verwendeten blätter zustande. 

bade-ausflüge zu den feinsandigen stränden einiger cayos - der nahen küste vorgelagerte korallenriffatollinselchen - vervollständigen den erholungsurlaub der dritten woche:  hier kann man in geradezu unwirklichem licht und farben im kristallklaren wasser die seele mal so richtig baumeln lassen. 

abends gehen wir lecker essen, wobei wir inzwischen aus einer vielzahl kleiner paladares (private restaurants) wählen können, und besuchen danach die livemusikgruppen im zentralen offenen kultur-patio, einschließlich beeindruckender tanzdarbietungen der teilnehmenden bevölkerung (mitsamt touristen).

ende der woche wird es zurück nach havanna gehen, bevor die gruppe am flughafen verabschiedet wird.  bis dahin aber ist noch viel zeit, die wir hier genießen wollen - 
ganz liebe grüße daher von einer glücklichen und total relaxten gruppe aus dem westen cubas,
thomas :)
 

Samstag  14.Mai 2016:      Zurück in Havanna

liebe leute,

unser urlaub vom urlaub ist vorbei - 
wir sind gerade zurück nach havanna gefahren, wobei wir die rückfahrt mit dem besuch einer tabak- und einer likörfabrik aufzulockern wussten: der tabak wird wie seit je ohne jeden chemikalieneinsatz aufgezogen, geerntet und rein von hand verarbeitet; der likör ist ein endemischer schnaps aus pinar del río.

den abschiedsabend in havanna gestalteten wir mit einer rundfahrt in den schönen klassischen oldtimern mit ihren an flugzeuge erinnernden karosserien:  einige chevrolet-, dodge und pullman-kabriolets der 50'er jahre brachten uns zur alten spanischen burg hoch über havanna, mit wundervollem blick über die stadt und der kanonenschusszeremonie um 21:00 uhr abends, wo zum zeichen des "stadttoreschließens" eine alte kanone von kanonieren in den alten kolonialuniformen mit gewaltigem knall abgefeuert wird.

morgen abend fliegt die gruppe zurück nach europa  - der samstag selber ist noch frei für bummeleien über märkte oder einen letzten mojito in ehren. sobald die gruppe in der luft ist, werde ich hier noch mal ein zeichen geben  -
bis dahin ganz liebe grüße von einer fröhlichen, die letzten stunden genießenden gruppe,
thomas :)
 

Sonntag  15.Mai 2016:      Abreise der zweiten Cuba-Gruppe

liebe leute,

nun ist die gruppe auf dem heimweg - 
einen guten, vor allem ruhigen heimflug wünschen phet und ich den neuen "cubanern" :) 

den letzten tag hatten wir individuell ausklingen lassen mit letzten bummeleien über märkte und noch einem leckeren mojito hier und da -  jeder soll diesen aufschluss- und erlebnisreichen aktiv-urlaub auf seine eigene art abschließen können. 

in der letzten woche hatten wir ja noch "verstärkung" durch meine freundin phet  - buchstäblich mit allen wassern gewaschene reiseleiterin für südostasien auch des freundeskreises -  bekommen, die auf einen rutsch von der anderen seite des erdballs hier eintraf und uns nach vinales begleitete. als begeisterte fotografin ist sie gerade dabei, havanna komplett zu dokumentieren  - dafür bleibt uns nun noch der morgige sonntag, denn schon am montag sind auch wir hier wieder weg: wir werden - gemeinsam mit meinem töchterchen und ihrem freund - das benachbarte mexikanische yucatan einschließlich belize bereisen, wo ich nun endlich das berühmte blue hole betauchen will..

unseren bisherigen mitreisenden sei mit auf den weg gegeben: ich danke euch für eure stets interessierte und freundschaftlich-nette (und erforderlichenfalls geduldige) begleitung in dieses so andere land im um- und aufbruch  -
wir wünschen euch ein gutes heimkommen und wiedereinleben in den alltag, wobei die eindrücke der letzten wochen hoffentlich noch lange vorhalten, und hoffen auf ein gelegentliches wiedersehen auf einer anderen schönen reise in unsere überall faszinierende welt..

die zweite cuba-reise ist damit "rum"  -
wer möchte, kann freilich hier weiterhin virtuell mitreisen zum zentralamerikanischen festland, da ich gelegentlich weitere kleine berichte über unsere abenteuer einstellen werde.

ganz liebe grüße nach daheim von phet und mir,
thomas :)                                                                                                       
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Fortsetzung: private Erkundungsreise nach Yucatán und Belize

 

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